Bau gibt viel zu tun

Seit einem Jahr arbeitet der Kreuzlinger Stadtrat mit veränderter Departementsverteilung. Beim Ressort Bau, das jetzt Hoch- und Tiefbau umfasst, ist eine Anpassung der Stellenprozente des Vorstehers ein Thema.

Martina Eggenberger Lenz
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Der Kreuzlinger Stadtrat bei seiner ersten offiziellen Sitzung vor einem Jahr. (Archivbild: Susann Basler)

Der Kreuzlinger Stadtrat bei seiner ersten offiziellen Sitzung vor einem Jahr. (Archivbild: Susann Basler)

Seit dem 1. Juni 2007 ist die neue Kreuzlinger Exekutive im Amt. Deren Mitglieder haben sich damals entschieden, in Sachen Departementsverteilung einiges anders anzupacken als die zurücktretenden oder abgewählten Vorgänger. Einschneidendste Veränderung war die Bildung eines Baudepartementes, das sowohl den Hoch- wie auch den Tiefbau umfasst. Zuvor wurden diese zwei Bereiche separat von zwei verschiedenen Stadträten betreut. Heute ist eine Person alleine für den Bau zuständig. Abgespeckt wurde das Departement dafür um die Themen öffentlicher Verkehr sowie Liegenschaften. Der öV gehört mit Versorgung und Sicherheit zum Departement Dienste, die Liegenschaften wurden dem Departement Freizeit zugeteilt.

Bau: Pensum reicht nicht aus

Stadtammann Andreas Netzle zieht auf Anfrage eine positive Bilanz: «Wir haben den richtigen Mann beziehungsweise die richtige Frau am richtigen Ort.» Man habe den einzelnen Exekutivmitgliedern die Aufgaben ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend sinnvoll zugeteilt. Die Neuzuteilung der Bereiche öV und Liegenschaften sei aus Gründen der möglichst gleichmässigen Verteilung der Arbeitsvolumen richtig gewesen und habe sich inhaltlich bewährt, bilanziert der Stadtammann.

Beim Departement Bau registriert Netzle, dass aktuell das Arbeitsvolumen mit einem 50-Prozent-Pensum nicht bewältigt werden könne. Es seien nämlich zwei Faktoren zusammengekommen: einerseits wie in den anderen Departementen auch die Einarbeitungsphase des neuen Departementschefs, andererseits erlebe die Stadt einen nie gekannten Bauboom. Stadtrat Michael Dörflinger müsse sich auf strategische Fragen beschränken und könne sich nicht um jedes Detail kümmern. Auch die Mitarbeitenden der Bauverwaltung seien momentan stark belastet und bräuchten mehr Kapazitäten, wie sich aus dem grossen Ferien- und Überzeitguthaben ersehen lasse. Netzle ist jedoch der Ansicht, dass es sinnvoll sei, Hoch- und Tiefbau in einer Hand zu lassen.

Mittelfristig andere Lösung

«Die Zusammenlegung von Hoch- und Tiefbau macht auf jeden Fall Sinn», betont auch Michael Dörflinger. Allerdings sei die Arbeitsbelastung wohl etwas unterschätzt worden, auch von ihm selbst, gesteht der Stadtrat ein. Er habe für den 50-Prozent-Job im vergangenen Jahr effektiv wohl 70 bis 75 Stellenprozent aufgewendet. Dörflinger hofft jedoch, durch eine geschickte Organisation und eine klarere Trennung von fachlichen und politischen Fragen den Arbeitsaufwand dem Soll-Wert annähern zu können. Dass der Arbeitsaufwand je mit einem 50-Prozent-Pensum zu bewältigen sei, bezeichnet Dörflinger jedoch als «eher unrealistisch». Daher müsse man sich mittelfristig überlegen, ob noch kleinere Aufgaben aus dem Baudepartement ausgegliedert werden könnten, oder – falls dies nicht in Frage komme – eine Erhöhung der Stellenprozente in Betracht ziehen.

Zweite Vollstelle?

Laut Dörflinger könnte dies aufgrund der höheren Anforderungen – begründet durch den Bevölkerungszuwachs sowie die gestiegene Anzahl Mitarbeiter – darauf hinauslaufen, das 300-Prozent-Pensum des Gesamtstadtrates aufzustocken und die zusätzlichen Stellenprozente danach nicht linear auf die einzelnen Departemente zu verteilen.

Über eine differenzierte Pensenzuteilung denkt auch Netzle laut nach: «Man könnte sich überlegen, ob man neben dem Stadtammann nicht eine zweite Vollzeitstelle schaffen müsste, etwa für Hochbau, Tiefbau, Liegenschaften und Technische Betriebe, und die übrigen drei Departemente mit je 40 Stellenprozent dotieren würde.» De facto würde dies darauf hinauslaufen, dass das Gesamtpensum auf 320 Stellenprozent erhöht würde. Netzle verweist auf die allgemein zunehmende Arbeitsbelastung der Exekutiven. Es gebe jedes Jahr mehr Sitzungen, Beschlüsse, Stellungnahmen und Kontakte. Wolle man die Exekutiven nicht vergrössern, müsse man Bedingungen schaffen, die es ihnen erlauben würden, hauptsächlich strategisch zu arbeiten – und nicht wie heute zu einem guten Teil auch operativ.

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