Balg will am Kleinkreisel festhalten

ARBON. Der neue Kleinkreisel in Arbon gibt seit Wochen zu reden. Die SVP beginnt heute sogar mit einer Unterschriftensammlung, um den Stadtrat zu bewegen, die Schikane wieder zu entfernen. Doch dieser denkt nicht daran, wie Stadtrat Andreas Balg gestern klarmachte.

Markus Schoch
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Die Kritik am neuen Kleinkreisel ist gross. Er sei gefährlich, stehe am falschen Ort und bringe letztlich nichts, werfen ihm Leserbriefschreiber vor. Die SVP setzt jetzt auch mit einer Petition politisch Druck auf, damit der Kreisel wieder weg kommt.

Stadtammann Andreas Balg hält ihn allerdings nach wie vor für eine gute Lösung. Und er will darum an ihr festhalten, wie er gestern an einer Informationsveranstaltung vor über 50 Besuchern im Hotel Metropol klar machte.

Kreisel wird sichtbarer gemacht

Die Stadt sieht aber durchaus auch Probleme und reagiert: Sie macht den Kleinkreisel besser sichtbar, indem sie mehr Farbe aufträgt, die Einfahrt optisch verengt und die alten Markierungen auf der Strasse gänzlich entfernt. Die Steininseln will sie belassen. Verschiebungen seien aber nicht ausgeschlossen, liess Balg durchblicken. Es sei letztlich der Sinn des Provisoriums, dass es Anpassungen erlaube, wenn sie sinnvoll seien.

Ein Missverständnis

Wie die Diskussion zeigte, wird die Bedeutung des Kreisels auch falsch verstanden. Er ist nicht dazu da, den Verkehr zu verflüssigen, was normalerweise die Funktion von Kreiseln ist. Er sei vielmehr ein Gestaltungselement und soll den Verkehr langsam machen, wie die Vertreter der Stadt erklärten. Nur ist der Kleinkreisel auf der Bahnhofstrasse weit und breit das einzige bremsende Element, wie verschiedene Besucher Balg vorhielten. Die Verkehrsinsel vor dem Hotel Metropol habe man sogar entfernt, so dass die Autofahrer geradezu eingeladen würden, aufs Gas zu drücken.

Erst der Anfang

Der Kreisel sei eine erste Massnahme und Teil eines Gesamtkonzeptes, meinte Balg. Weitere Schritte zur Verkehrsberuhigung müssten zwingend folgen. Das sei auch die Erwartung von Bund und Kanton, als sie sich zur Mitfinanzierung an der neuen Kantonsstrasse (NLK) bereit erklärt hätten, die den Durchgangsverkehr abziehen soll. Die Aufgabe ist nicht ganz einfach. Denn die Bahnhofstrasse muss unter anderem für Schwerverkehrs-Transporte passierbar bleiben, da der NLK-Tunnel für sie zu klein ist.

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