Bald gibt es die erste grosse Ernte

Der Feuerbrand zerstörte vor drei Jahren viele seiner Apfelbäume. Deshalb hat der Biolandwirt Ueli Halter aus Schönholzerswilen begonnen, Tafeltrauben anzubauen.

Brenda Zuckschwerdt
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Biolandwirt Ueli Halter inmitten seiner Rebstöcke an der Strasse von Schönholzerswilen nach Hagenwil. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Biolandwirt Ueli Halter inmitten seiner Rebstöcke an der Strasse von Schönholzerswilen nach Hagenwil. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

SCHÖNHOLZERSWILEN. Ueli Halter steht inmitten seiner Rebstöcke. Er ist zufrieden. Die Trauben der Sorte Muscat bleu sind schon zu einem grossen Teil blau eingefärbt, Solaris, die zweite Sorte, wird Ende August reif sein. Üppig hängen die Trauben in Reih und Glied an den Drähten, Schutznetze sorgen dafür, dass sich keine Vögel und Wespen an den Beeren bedienen.

Eigentlich sollten am Hang an der Strasse von Schönholzerswilen nach Hagenwil Äpfel reifen. Doch als Ueli Halter vor drei Jahren zahlreiche Apfelbäume wegen Feuerbrandbefall roden musste, entschloss er sich, auf Tafeltrauben umzusatteln. Erfahrungen mit Trauben hatte er bereits als Winzer gesammelt, denn seit zehn Jahren baut er im Seeburgpark in Kreuzlingen Weintrauben an und produziert Bioweine und Weinbrände.

So wenig spritzen wie nötig

Nebst Äpfeln wachsen auf 35 Aren nun also auch Tafeltrauben. Anfällige Sorten kamen für ihn nicht in Frage, denn spritzen will der Biolandwirt möglichst wenig. Mit Muscat bleu und Solaris entschied er sich für zwei Sorten mit Teilresistenz gegenüber Mehltau. Das scheint sich gelohnt zu haben. Obwohl 2012 ein «Mehltau-Jahr» ist, hatte er bisher kaum Probleme damit. Das sei sicherlich der Lage des Hanges zu verdanken. «Hier geht immer ein leichter Wind», sagt Ueli Halter. Dass keine gleichen Kulturen in der Nähe sind, sei ein weiterer Vorteil.

Einer von 14 Produzenten

Ueli Halter ist einer von 14 Tafeltrauben-Produzenten im Thurgau – Tendenz leicht steigend. Im vergangenen Jahr produzierten sie zusammen gut 34 Tonnen Tafeltrauben, für dieses Jahr wird eine Ernte von rund 40 Tonnen erwartet. Ueli Halter schätzt seine Ernte auf rund 3 Tonnen. Verkaufen wird er sein Ernteertrag an Marktfahrer, kleinere Läden und direkt ab Hof.

Die Nachfrage nach Biotafeltrauben aus dem Thurgau sei aber noch eher gering. Wohl auch deshalb, weil die Beeren der Biotrauben deutlich kleiner sind als das, was viele Konsumenten aus Importen gewohnt sind. Ueli Halter hofft dennoch, dass der Geschmack sie überzeugen wird – und dass sie bereit sind, für den biologischen Anbau und die viele Arbeit, die dahintersteckt, einen Aufpreis zu bezahlen.

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