Bald auch ein Tal des Rocks

NIEDERBÜREN. Das Sorntal ist bekannt für seine Textilgeschichte. Im Juli wird mit der Eröffnung des Rock- und Pop-Museums ein neues Kapitel aufgeschlagen. Initiant Roland Grossenbacher und seine Helfer stecken in den letzten Vorbereitungen.

Urs Bänziger
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Roland Grossenbacher hat eine Riesensammlung. Stolz ist er auf die Original-Autogramme der Kinks. (Bilder: Urs Bänziger)

Roland Grossenbacher hat eine Riesensammlung. Stolz ist er auf die Original-Autogramme der Kinks. (Bilder: Urs Bänziger)

Die Wohnung von Roland «Tschiibii» Grossenbacher in Niederbüren ist vollgestopft mit Goldenen und Platin-Schallplatten und mit Fotos von Rock- und Blues-Legenden. In keinem der vier Zimmer hat es an den Wänden eine freie Fläche. Nun wird «Tschiibii» seine einzigartige Sammlung in das Rock- und Pop-Museum im Sorntal zügeln. «Ich weiss gar nicht, wie ich danach die Wände in meiner Wohnung ausstatten soll», sagt Roland Grossenbacher mit einem Schmunzeln.

Ergänzung zum Textilmuseum

Das Sorntal ist bekannt für seine Textilgeschichte. Dort siedelten sich im 19. Jahrhundert die ersten Industriebetriebe an. In einem der Arbeiterhäuser wird Grossenbacher sein Rock- und Pop-Museum eröffnen. «Mit der Eröffnung schlagen wir ein neues Kapitel auf. Das Rock- und Pop-Museum ergänzt sich gut mit dem Textilmuseum im Sorntal.»

Der Umbau einer der ehemaligen Arbeiterwohnungen ist abgeschlossen. «Tschiibii» schwärmt von der Unterstützung, welche er für die Realisierung seines Traums bekommen hat. «Mehr als 30 Helferinnen und Helfer haben bisher über 500 Arbeitsstunden geleistet. Freiwillig und ohne Lohn. Einige von ihnen habe ich vorher gar nicht gekannt. Freunde von mir haben sie mitgenommen. Sie wollten unbedingt helfen, weil sie das Rock- und Pop-Museum eine super Sache finden.»

Gitarre an der Wand

Den Eingangsbereich hat der St. Galler Künstler Urs Koller gestaltet. An einer Wand prangt eine grosse Gitarre. Im Bild daneben sind Konturen eines frenetisch jubelnden Publikums an einem Festival zu entdecken. «Meine Bilder sollen die Besucher auf das einstimmen, was sie im Rock- und Pop-Museum erwartet», erklärt Urs Koller.

Musikgeschichte erleben

«Tschiibii» hat klare Vorstellungen, was er wo plazieren will. Er weiss zu jedem Exponat etwas zu erzählen. Seine Sammlung ist das Ergebnis einer grossen Leidenschaft. «Die Musik ist mein Leben. Ihre Geschichte interessiert mich seit meiner Jugend», sagt der 64-Jährige. «Die populäre Musik hat in den letzten Jahrzehnten eine gewaltige Entwicklung durchgemacht. Das Museum wird dafür sorgen, dass diese Entwicklung nicht vergessen geht. Hier können die Besucher die Musikgeschichte hautnah erleben.»

Der Künstler Urs Koller hat die Bilder im Eingangsbereich des Rock- und Pop-Museums geschaffen.

Der Künstler Urs Koller hat die Bilder im Eingangsbereich des Rock- und Pop-Museums geschaffen.