Bärenkreisel mit Rotlicht

BOTTIGHOFEN. Die Blechlawine auf der Hauptstrasse plagt die Bottighofer. Beim Bärenkreisel bildet sich täglich ein Stau. Nun prüft der Kanton, ob eine Signalanlage einen Nutzen bringen könnte.

Annina Flaig
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Ein Lichtsignal als Ergänzung zum Kreisel soll hier den Verkehr steuern: Der Bärenkreisel in Bottighofen. (Bild: Urs Brüschweiler)

Ein Lichtsignal als Ergänzung zum Kreisel soll hier den Verkehr steuern: Der Bärenkreisel in Bottighofen. (Bild: Urs Brüschweiler)

Die Bottighofer sind vom Verkehr gebeutelt. 24 400 Fahrzeuge rollen täglich über die Hauptstrasse. Damit hält die Strasse im Thurgau den Rekord. Laut Gemeindepräsident Urs Siegfried hat vor allem der Verkehr aus Lengwil zugenommen. Besonders prekär ist die Lage beim Bärenkreisel. Weil aus Lengwil immer mehr Fahrzeuge in den Kreisel fahren, können diejenigen aus Altnau nicht zufahren. «Auf der Hauptstrasse stockt der Verkehr andauernd. Die Situation ist total frustrierend», sagt Siegfried. Nach einem Unfall in Landschlacht vor zwei Wochen ist der Verkehr im Dorf sogar komplett zusammengebrochen. An der Gemeindeversammlung von letzter Woche kündigte Siegfried auf Anfrage eines Stimmbürgers jedoch einen Lichtblick an – im wahrsten Sinne des Wortes: Ein Lichtsignal beim Bärenkreisel könnte die Lösung bringen. Doch was hat ein Lichtsignal bei einem Kreisel zu suchen?

Eine grüne Welle für den Bus

Kantonsingenieur Andy Heller spricht von einem «gesteuerten Kreisel». Mit einem Lichtsignal wolle man beim Bärenkreisel in erster Linie sicherstellen, dass der Busfahrplan eingehalten werden könne und der Bus nicht im Stau stecken bleibt. Der Chauffeur kann bei Bedarf für den Bus per Knopfdruck eine sogenannte «grüne Welle» einschalten. Allenfalls könnte damit auch der Individualverkehr gesteuert werden, stellt Heller in Aussicht. Das Projekt Romanshornerstrasse zwischen Ziilkreisel und Bärenkreisel ist eine der Massnahmen aus dem Agglomerationsprogramm Kreuzlingen Konstanz (siehe Kasten). Weil es sich dabei um ein Projekt im Bereich öffentlicher Verkehr handelt, wird es prioritär behandelt. Das heisst, dass das kantonale Tiefbauamt zusammen mit den Beteiligten der Gemeinde nächstes Jahr ein Konzept ausarbeiten wird. Die Massnahme könnte laut Heller voraussichtlich im Jahr 2018 umgesetzt werden.

Drei Kreisel hängen zusammen

Heller betont, dass die Situation in Bottighofen nicht isoliert betrachtet werden dürfe. «Es ist unbestritten, dass die Hauptstrasse in Bottighofen ihre Kapazitätsgrenze erreicht hat. Trotzdem muss das Verkehrslenkungskonzept die ganze Infrastruktur mit einbeziehen.» So würden beispielsweise der Bärenkreisel, der Ziilkreisel und der Seeparkkreisel direkt zusammenhängen. «Wenn wir einen der drei Kreisel steuern, müssen wir zwangsläufig auch die anderen steuern.» Das Projekt Romanshornerstrasse wurde mit 250 000 Franken budgetiert. Der Bund hat einen Beitrag von 90 000 Franken zugesichert. Kanton und Gemeinde müssten je rund 80 000 Franken berappen.

Urs Siegfried Gemeindepräsident Bottighofen (Archivbild: Nana do Carmo)

Urs Siegfried Gemeindepräsident Bottighofen (Archivbild: Nana do Carmo)

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