Aveline trinkt Wasser, Herrchen Wein

Sie ist ein wunderbares Tier», sagt Peter Glaus über seine Bernhardinerhündin Aveline.

Hedy Züger
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Wanderten vom Bodensee auf den Grossen St. Bernhard: Peter Glaus und Bernhardinerhündin Aveline. (Bild: Hedy Züger)

Wanderten vom Bodensee auf den Grossen St. Bernhard: Peter Glaus und Bernhardinerhündin Aveline. (Bild: Hedy Züger)

Sie ist ein wunderbares Tier», sagt Peter Glaus über seine Bernhardinerhündin Aveline.

Wie zur Bestätigung kuschelt sich diese dicht an eine Besucherin des Seniorennachmittags. Aveline steht im Mittelpunkt eines Erzählnachmittags mit Fotos – denn 460 Kilometer weit ist Peter Glaus mit dem Tier im Frühsommer gewandert. Diese Tour de Suisse begann in Arbon und endete auf dem Grossen St. Bernhard.

Eis und Schnee

Es ging von Ort zu Ort, auch über Pässe und Schneehänge. Über Pragel-, Klausen- und Kinzigpass bis hinauf auf das Jungfraujoch. Dort wollten Frauen aus Fernost mit Aveline fotografiert werden. Oft lag die Temperatur bei null Grad, dann wieder prasselte Regen auf die Wanderer. Peter Glaus hatte sich längst in eine Daunenjacke gehüllt, Aveline wehrte die Wetterallüren immer mit dem gleichen Fell ab.

Eines hatten Herrchen und Hund gemeinsam: ab und zu eine Blase am Fuss. Anderes unterschied sie: Die Hündin schlürfte Wasser aus Dorfbrunnen und Bergseen, ihr Herr nippte an einem Glas Rotwein. Redlich verdient war beides: Glaus hatte die 35 Tagesetappen musterhaft vorbereitet, Unterkünfte gebucht und den täglichen Futterhappen für

Aveline organisiert. Die Hündin ertrug dafür jegliche Strapazen, ohne je zu knurren.

Enzian und Alpenrosen

In Kandersteg verpasste es alt Bundesrat Adolf Ogi, als Empfangskomitee zu fungieren. Dafür zeigen die Aufnahmen vom Berner Oberland bunte Blumenwiesen und im Wallis grüne Rebhänge. Zu den

schönen Erlebnissen zählten Freunde, die Peter und Aveline zeitweilig begleiteten. Die Vierbeiner, die sie mitbrachten, wirkten neben Aveline winzig. Dabei gibt es daheim in Steinach den Bernhardiner-Rüden Jasper, der Aveline überragt.

Ausgebildete Therapiehündin

Kürzlich zog Aveline in den Kindergarten Waagstrasse ein. Wo war die Freude grösser: bei den Kindern, die den Kopf der Hündin und ihr feines weiss-goldenes Fell streichelten, oder bei ihr, der fast 50 Kilo schweren Vierjährigen? Sie entwickelt spontan Vertrauen und nähert sich, sobald jemand auch nur den Blick auf sie richtet. Sogar an eine Hochzeit waren Aveline und Jasper schon eingeladen.

In den nächsten Tagen wird die ausgebildete Therapiehündin auf Wunsch der Eltern eines behinderten Buben diesem zu einem Tiererlebnis verhelfen.