Authentisch sein und Trends setzen

Wie macht man aus einem Namen eine Marke? Der ehemalige Kurdirektor von St. Moritz, Hanspeter Danuser, zeigte den Mitgliedern der Erfa-Gruppe Weinfelden, wie das geht.

Christof Lampart
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Hanspeter Danuser hat die Entwicklung von St. Moritz mitgeprägt. (Bild: Christof Lampart)

Hanspeter Danuser hat die Entwicklung von St. Moritz mitgeprägt. (Bild: Christof Lampart)

weinfelden. Schon der Name ist ein Glücksfall, denn St. Moritz ist ein populärer Heiliger und damit vielen Katholiken weltweit schon einmal ein Begriff, den man nicht erklären muss. Doch viel mehr als das, steht «St. Moritz» als Synonym für exklusive Wintersportferien. Fürs Sehen und – vor allem – gesehen werden. Für High Society ohne Ende – nicht umsonst liegt die Via Suvretta auf dem siebten Rang der teuersten Strassen der Welt – noch vor dem Carolwood Drive in Beverly Hills.

Doch wie bringt man die Schönen und Reichen aus aller Welt dazu, in einem auf 1856 Meter hoch gelegenen und im Winter ziemlich schwer erreichbaren Ort sein Geld auszugeben?

Geschichten bringen Geld

«Man muss, wie wir, eine Geschichte anzubieten haben und dabei stets authentisch sein», erklärte Hanspeter Danuser am Dienstagabend vor über 70 Personen in seinem Vortrag bei der Erfa-Gruppe Weinfelden. Um global bekannt zu sein, reiche es nicht, besser als die anderen zu sein, man müsse auch – ähnlich wie «Nespresso» oder «Apple» auf seinen Gebieten Trends setzen können. «Qualität wird heute überall als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Was die Leute haben wollen, sind innovative Produkte. Dann sind sie auch bereit, mehr als für eigentlich gleichwertige Konkurrenzprodukte zu bezahlen», so Danuser.

Nischen besetzen

Man müsse als Bergdorf immer eine Nische besetzen, um nachhaltig erfolgreich sein zu können. St. Moritz sei seit den 1880er-Jahren, als der Wintertourismus in den Alpen seinen ersten Boom erlebte, sehr innovativ gewesen. So gehören zur Geschichte von St. Moritz das erste elektrische Licht in der Schweiz (1878), das erste Golfturnier in den Alpen (1889), der erste Motorflug in der Schweiz (1910) oder der erste Skilift (1935).

St. Moritz habe immer etwas getan, um seine Stellung nicht nur zu halten, sondern auch auszubauen. «Es sind gerade diese Geschichten, welche die Leute gerne hören und deswegen auch zu uns kommen und hier ihr Geld ausgeben.» Und das nicht wenig. «Im Durchschnitt lässt im Winter ein Tourist 1000 Franken am Tag bei uns liegen.»

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