«Auswärtige genau anschauen»

HEFENHOFEN. Der Fall der getäuschten Hefenhofer Wahlkommission wirft die Frage auf, welche Rechten und Pflichten eine solche Kommission hat. Sie darf einerseits von einem Bewerber verlangen, dass er seinen Strafregisterauszug vorzeigt, andererseits kann sie von sich aus einen Betreibungsauszug einholen.

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Der Fall der getäuschten Hefenhofer Wahlkommission wirft die Frage auf, welche Rechten und Pflichten eine solche Kommission hat. Sie darf einerseits von einem Bewerber verlangen, dass er seinen Strafregisterauszug vorzeigt, andererseits kann sie von sich aus einen Betreibungsauszug einholen. Laut Auskunft des Betreibungsamts muss sie dafür lediglich ein Interesse glaubhaft machen – etwa in Form eines Bewerbungsschreibens.

Für Christoph Tobler, der als privater Berater von Gemeinden tätig ist und schon mehrere Evaluationen vor Gemeindeammann-Wahlen begleitet hat, ist das Prüfen der Dokumente nur das eine. Am Wichtigsten sei neben dem persönlichen Gespräch das Einholen von Referenzen. «Es wäre verheerend, sich nur auf die Aussagen eines Kandidaten zu stützen.» Insbesondere Auswärtige müsse man genau anschauen. Dazu gehörten auch Internet-Recherchen. «Die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass ein Kandidat wählbar ist.»

Anlaufstelle für Wahlkommissionen kann auch der Verband Thurgauer Gemeinden sein. Gemäss Geschäftsleiter Reto Marty verfügt dieser zwar nicht über einen Leitfaden für die Gemeindeammann-Suche, doch helfe man gelegentlich weiter, etwa wenn es um die Lohnbandbreite oder das Anforderungsprofil gehe. (rh)