Ausbaupläne sorgen für Skepsis

Die Besitzer wollen im Hotel Nollen mehr Gästezimmer einrichten. Die Bevölkerung sieht das Bauvorhaben im Naherholungsgebiet kritisch.

Brenda Zuckschwerdt
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Das Hotel Nollen ist mit seinem Rundumblick ein beliebtes Ausflugsziel. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Das Hotel Nollen ist mit seinem Rundumblick ein beliebtes Ausflugsziel. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

HOSENRUCK. Wie positiv die Umbaupläne rund um das Hotel Nollen sind, darüber waren sich die Anwesenden am Informationsabend nicht einig. Vor sieben Jahren haben Rosvaldo und Gabriella Postizzi-Eleganti das Hotel Nollen gekauft und schrittweise renoviert. Zwar ist es gelungen, das Hotel aus dem damaligen Tief wieder auf einen guten Kurs zu bringen. Um es wirtschaftlich weiterzuführen, sei es aber nötig, unter anderem das Angebot an Zimmern auszubauen, erklärten die Betreiber. Heute verfügt das Hotel über 27 Betten – geplant ist, das Volumen auf 80 Betten aufzustocken, um sie auch Firmen, Organisatoren von Carreisen und Veranstaltern von grösseren Anlässen anbieten zu können.

Toplage ist ein grosses Plus

Dass es im Thurgau mehr Betten braucht, dafür machten sich Ruedi Bartel, Präsident von Gastro Thurgau, und Monika Grünenfelder, Geschäftsführerin Thurgau Tourismus, stark. Im Thurgau sei die Nachfrage nach Hotelzimmern grösser als das Angebot. Die Hotellerie sei der Motor des Tourismus. Entscheidend für den Erfolg eines Hotels sei heute ganz klar die Lage, sagte Werner Müller, Leiter öffentlicher Verkehr und Tourismus im Kanton Thurgau. Das Hotel Nollen, mit seiner «Toplage», könne sich von anderen abheben. Die Lage ist auch der Grund, weshalb der Nollen der Bevölkerung als Naherholungsgebiet so am Herzen liegt. Seit 20 Jahren ist das Hochplateau in der Gemeinde Wuppenau ein Thema. Vor 14 Jahren trat ein neues Baureglement in Kraft, in der Folge wurde das Gebiet von der «Kurzone» zur «Spezialzone Nollen» erklärt, für die strenge Auflagen gelten.

Ängste bei der Bevölkerung

Christoph Brugger von der BHA-Team Ingenieure AG in Frauenfeld stellte einen ersten Gestaltungsplan für den Umbau des Hotels vor. Entstehen sollen unter anderem weitere 28 bis 30 Zimmer, wobei auf zwei Seiten an das bestehende Gebäude angebaut würde. Der Entwurf soll nun fertig ausgearbeitet werden, bevor er dem Gemeinderat zur Begutachtung vorgelegt wird.

Viele Anwesende standen den Ausbauplänen kritisch gegenüber. Sie befürchteten, dass das Gebäude auf dem Nollen unnötig aufgebläht wird oder gar zu einem «Betonbunker» verkommt. Auch der zu erwartende Mehrverkehr war ein Thema. Einige machten sich Sorgen, dass das Naherholungsgebiet plötzlich nicht mehr frei zugänglich sein könnte.

Dem widersprachen Rosvaldo Postizzi und Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein. Gantenbein betonte, dass man aus Sicht der Behörde froh sei, dass auf dem Nollen ein aktiver Gastronomiebetrieb geführt werde. «Ich hoffe nun auf eine vernünftige Lösung, die für alle passt.»

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