Ausbau der Integrationsarbeit

WEINFELDEN. In Weinfelden soll ein Kompetenzzentrum für Integration entstehen. Eine sinnvolle Massnahme, sagt der Integrationsbeauftragte Roger Häfner zu den Plänen des Kantons, auch wenn sie mit Mehrarbeit verbunden sein wird.

Esther Simon
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Migrantin in einem Nähkurs: Die Frauen lernen gleichzeitig Deutsch sprechen. (Archivbild: bie)

Migrantin in einem Nähkurs: Die Frauen lernen gleichzeitig Deutsch sprechen. (Archivbild: bie)

Der Kanton will seine Anstrengungen zur Integration von Ausländern verstärken. Zu den im Integrationsbericht des Regierungsrats erwähnten Massnahmen gehört unter anderem die Schaffung zweier neuer Kompetenzzentren. Neben Romanshorn soll auch eines in Weinfelden entstehen (Tagblatt vom Samstag).

Kompetenzzentren sind Scharnierstellen für Behörden, Migranten und freiwillige Helfer. In Frauenfeld und Kreuzlingen bestehen bereits solche Zentren.

Der Weinfelder Integrationsbeauftragte Roger Häfner sieht die Schaffung eines Kompetenzzentrums in Weinfelden als sinnvolle Massnahme an. Mehr noch, so Häfner: sie sei eine Anerkennung für die bisher in Weinfelden geleistete Integrationsarbeit.

Neue Aufgaben

Seit Jahren bietet die Gemeinde zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum für Wirtschaft und dem Gemeinnützigen Frauenverein Kurse für Migrantinnen und Migranten an (siehe Box).

Die Weinfelder koordinieren dieses Angebot nicht nur, sondern informieren auch die Gemeinden im Einzugsgebiet darüber. Sollte in Weinfelden ein Kompetenzzentrum für Integration entstehen, käme neu die Unterstützung und Beratung von Ausländervereinen bei Integrationsprojekten dazu.

Stete Kontakte nötig

Unterstützt würde das Zentrum von Bund und Kanton.

Wie hoch die finanzielle Unterstützung ausfällt, ist zurzeit allerdings ebenso unklar wie die möglichen räumlichen und personellen Auswirkungen. Häfner spricht von einer eventuellen zusätzlichen 50-Prozent-Stelle. Wobei er betont, dass zuerst Gespräche mit dem Kanton, der Gemeinde und der Präsidentin der Integrationskommission, Frau Vizegemeindeammann Heidi Güttinger, stattfinden müssen. An der Bankstrasse 6 in Weinfelden befindet sich bereits ein Integrationsraum.

Häfner betont, dass Integrationsarbeit vor allem Beziehungsarbeit sei. Die Kontakte bedürften einer dauernden Pflege. Für Roger Häfner ist jedoch klar, dass sich die bisherige Integrationsarbeit in der Gemeinde bewährt und positiv ausgewirkt hat. Man habe heute eine beruhigte Situation.

Massnahmen ergriffen

Wesentlich dazu beigetragen haben die Massnahmen, die aufgrund des Berichts «Jugendprobleme abbauen» umgesetzt worden waren. So beginnt am 13. Februar zum Beispiel wieder eine neue Staffel der Midnight-Funs.

Ziel der Midnight-Funs ist es, Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren, die noch nicht in die Disco dürfen, an Samstagabenden ein attraktives Programm mit Sport und aktueller Musik anzubieten.

Den Bericht «Jugendprobleme abbauen» hatte die Gemeinde Weinfelden in Zusammenarbeit mit Fachstellen sowie Schweizer Jugendlichen und solchen mit einem Migrationshintergrund in einem schweizerischen Pilotprojekt erstellt, nachdem es am Weinfelder Bahnhof wiederholt Schlägereien unter Jugendlichen gegeben hatte.

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