«Aus Sicht der Partei war er ein guter Präsident»

Nach dem Rücktritt von SVP-Ermatingen-Präsident Hans-Peter Neuweiler ist Vize Martin Stuber gefragt.

Martina Eggenberger Lenz
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Martin Stuber Vizepräsident SVP Ermatingen und Gemeindepräsident (Bild: Reto Martin)

Martin Stuber Vizepräsident SVP Ermatingen und Gemeindepräsident (Bild: Reto Martin)

Herr Stuber, Sie sind Vizepräsident der Ermatinger Ortspartei. Wie geht es nun weiter, nachdem am Donnerstag Ihr Präsident Hans-Peter Neuweiler nach der Schiffli-Affäre per sofort aus der Partei ausgetreten ist?

Martin Stuber: Ich war am Donnerstag den ganzen Tag unterwegs und habe aus den Medien erfahren, was passiert ist. Ich muss nun erst mit meinen Parteikollegen zusammensitzen und eine Strategie erarbeiten, wie wir uns übergangsmässig organisieren können.

Was ist denn Ihre persönliche Meinung? Finden Sie es richtig oder falsch, dass Neuweiler für «SVP bi dä Lüüt» ein deutsches Schiff gechartert hat?

Stuber:Nennen Sie mir ein Schweizer Schiff auf dem Untersee, das für rund hundert Fahrgäste geeignet wäre. Das nächste dieser Kategorie ist in Stein am Rhein stationiert – oder dann eben in Kreuzlingen. Wer die Verhältnisse in Ermatingen kennt, für den ist es ganz normal, dass man mit Schifffahrtsunternehmen von der deutschen Seite zusammenarbeitet. Im nachhinein betrachtet hätte man vielleicht anders entschieden.

Nun steht die Ortspartei ohne Präsident da. Wie schlimm ist das?

Stuber: Die Allgemeinheit hat die ganze Sache in zwei Wochen wohl vergessen. Aber uns bleibt das Personalproblem.

War Neuweiler ein guter Präsident?

Stuber: Aus Sicht der Partei war er ein guter, sehr engagierter Präsident, wenn auch einer mit Ecken und Kanten. Wir bedauern seinen Rücktritt sehr.