Aus Rache Auto angezündet

Nach einem handgreiflichen Streit mit einem Lokalbesitzer setzte ein 43jähriger Italiener das Auto seines Widersachers in Brand. Der Mini Cooper brannte in den frühen Morgenstunden des 18. März 2012 lichterloh. Gestern musste sich der Täter vor dem Bezirksgericht in Kreuzlingen verantworten.

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Der Mini Cooper des Lokalbetreibers steht in Flammen. (Archivbild: pd/kapo)

Der Mini Cooper des Lokalbetreibers steht in Flammen. (Archivbild: pd/kapo)

Nach einem handgreiflichen Streit mit einem Lokalbesitzer setzte ein 43jähriger Italiener das Auto seines Widersachers in Brand. Der Mini Cooper brannte in den frühen Morgenstunden des 18. März 2012 lichterloh. Gestern musste sich der Täter vor dem Bezirksgericht in Kreuzlingen verantworten.

Bierflasche mit Benzin gefüllt

Die Auseinandersetzung zwischen Täter und Geschädigtem war zuerst nur verbal, sie artete aber in Handgreiflichkeiten aus. Der Betreiber schmiss den 43jährigen Gast deshalb aus seiner Bar. Daraufhin fasste dieser den Entschluss, das Auto seines Kontrahenten anzuzünden. Bei einer Tankstelle in Kreuzlingen füllte er deshalb eine Bierflasche mit Benzin. Danach ging er zum Auto des Lokalbetreibers, das dieser neben seinem Lokal parkiert hatte, goss das Benzin über die Motorhaube und zündete den Brandbeschleuniger mit einem Feuerzeug an.

Der Kraftstoff ging sofort in Flammen auf, breitete sich auf der ganzen Motorhaube aus und griff auf den Motor des Autos über. Das Feuer erreichte eine solche Intensität, dass der Angeklagte nicht mehr in der Lage gewesen wäre, den Brand aus eigener Kraft zu löschen. Er entfernte sich vom brennenden Fahrzeug.

Die Feuerwehr Kreuzlingen konnte das brennende Auto zwar löschen, doch bis dahin war der Mini Cooper bereits schrottreif. Am Tag nach dem Inferno stellte sich der Täter bei der Polizei.

Kurze Verhandlung

Die gestrige Verhandlung ging im abgekürzten Verfahren und daher schnell über die Bühne. Weder die Verteidigung noch die Anklage hielten ein Plädoyer, die Staatsanwaltschaft war gar nicht vor Ort, sondern nur der Angeklagte und sein Verteidiger. Denn die Parteien hatten sich bereits auf ein Urteil geeinigt, welches das Gericht bestätigte: Es sprach den Angeklagten wegen Brandstiftung schuldig und auferlegte ihm eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten bei einer Probezeit von vier Jahren. Zudem muss der Angeklagte den Sachschaden von über 20 000 Franken begleichen, er trägt die Gerichts- und Verfahrenskosten. Der Angeklagte bereute gemäss Anklageschrift seine Tat aufrichtig, was sich begünstigend auf das Urteil auswirkte. Weniger positiv beurteilte das Gericht, dass er den Brand während einer Probezeit legte, die ihm die Staatsanwaltschaft Winterthur im April 2011 auferlegt hatte. Der Grund dafür waren diverse kleinere Delikte, wie das Fahren in fahrunfähigem Zustand. Die ihm auferlegte Probezeit in dieser Angelegenheit wurde gestern um ein Jahr verlängert.

Die letzte Chance

Der Richter ermahnte den Angeklagten zum Schluss: «Das ist ihre letzte Chance, dafür zu sorgen, dass sie nicht mehr straffällig werden.» Verstösst der Brandstifter während der vierjährigen Probezeit wieder gegen das Gesetz, muss der Brandstifter die bedingte Freiheitsstrafe absitzen.

Michèle Vaterlaus

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