Aus der Fischperspektive

Dreispitz

Chretzer
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2016 war für die Welt nicht gerade ein brillantes Jahr. Der Chretzer ist drum dankbar, in den ruhigen Gewässern des Bodensees schwimmen zu dürfen. Ganz nebenbei: Er versteht durchaus, dass die beiden jüngst geretteten Berufsfischer diesen Satz nicht so formulieren würden. – Schön, dass sie aus dem See wieder raus sind. Seit diesem Jahr offiziell wieder im See drin ist der Tiefseesaibling, den man für ausgestorben hielt. Folgerichtig ist der Seesaibling nun Fisch des Jahres 2017. Um der Fachjury die Entscheidung im nächsten Jahr zu erleichtern, sei darauf hingewiesen, dass auch andere Seebewohner Herausforderungen zu bewältigen haben: Die Stichlinge fressen den Felchen Nahrung und Laich weg. Die Fischer meldeten im Sommer ausnahmsweise etwas bessere Erträge. Das Hochwasser hatte offenkundig mehr Nährstoffe in den See gespült, als die Stichlinge haben aufessen können. Dem Hunger entronnen, um im Netz zu landen: Ironie des Schicksals.

Ausgestanden ist das Problem aber genauso wenig wie die Kreuzlinger Dauer-Baustellen Stadthaus, Hallenbad, Boulevard und Verkehr. Die Abstimmungen zur Aufwertung der Romanshornerstrasse in Kurzrickenbach im Februar und zum Schwimmbad im November erwartet der Chretzer jedenfalls mit Spannung. Und wie wohl die Gewa wird, so ohne Konstanz und auf der Festwiese? Wie es sich im offengelegten Chrebsbach in Egelshofen im Herbst schwimmen lassen wird? Möge 2017 für Kreuzlingen (und auch für die Welt) ein brillantes Jahr werden.

Chretzer

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