Aus dem Dreieck wird kein Viereck

Erneut sorgt die Überbauung von Hosenruck für Unmut in der Wuppenauer Bevölkerung. An der Gemeindeversammlung spricht sich eine deutliche Mehrheit gegen eine lediglich 750 Quadratmeter grosse Einzonung auf dem Nollen aus. Zwei anderen Einzonungen wird zugestimmt.

Simon Dudle
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Wiese bleibt grün: Heini Nigg von der IG Dorfentwicklung freut sich, dass diese Parzelle in Hosenruck unterhalb des Nollens nicht eingezont wird. (Bild: Simon Dudle)

Wiese bleibt grün: Heini Nigg von der IG Dorfentwicklung freut sich, dass diese Parzelle in Hosenruck unterhalb des Nollens nicht eingezont wird. (Bild: Simon Dudle)

WUPPENAU. Es war eine emotional geführte Debatte in der Wuppenauer Turnhalle, bei welcher Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein unter anderem Kuhhandel vorgeworfen wurde, was dieser vehement bestritt. Der Stein des Anstosses war Parzelle 655, eine nur gerade 750 Quadratmeter grosse Fläche knapp unterhalb des Nollens. Der Gemeinderat wollte sie von der Landwirtschaftszone der Dorfzone überführen, um «einen sinnvollen Neubau zu errichten», wie es Gantenbein formulierte. Derzeit hat die Fläche die Form eines Dreiecks. Durch den Zusatz eines weiteren Dreiecks ergäbe sich ein Rechteck, was bei einer Überbauung mehr Optionen eröffnete.

Weiterer Sieg für die Gegner

Die Abstimmung ging mit 85 zu 34 Stimmen aber deutlich zugunsten der Gegner aus. Vor allem Heini Nigg, pensionierter Lehrer und Vertreter der «IG Dorfentwicklung», meldete sich zu Wort. «Die Zersiedelung entstellt das Gesicht der Schweiz. Das betrifft auch uns in Wuppenau. Der Nollen geht uns alle an, er ist unser Hausberg.» Für diese Aussagen gab es Applaus – und Unterstützung von weiteren Fürsprechern, zum Beispiel von Hanspeter Bamert, der nur wenige Meter neben der Fläche einen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Beim grösseren Teil der 153 Stimmberechtigten stiess Gantenbeins Entgegnung, man wolle den Dorfcharakter erhalten und es handle sich um keinen Bau-Schwerpunkt im Dorf, nicht auf offene Ohren.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine geplante Überbauung in Hosenruck auf Widerstand stösst. Im Jahr 2012 sollten zwei Obstwiesen und eine Parzelle eingezont werden. In einer Petition hatten sich 300 Personen dagegen gewehrt – erfolgreich.

Mietwohnungen geplant

An der Gemeindeversammlung kamen noch zwei weitere Einzonungs-Anträge des Gemeinderates zur Abstimmung. Es ging um eine 6000 Quadratmeter grosse Fläche hinter dem Dorfmarkt Vitaplus, die von der Landwirtschafts- in die Dorfzone wechseln soll. Auf dieser möchte der Gemeinderat, dass drei Mehrfamilienhäuser à je zehn Mietwohnungen errichtet werden. Diese sind für ältere Personen gedacht. «Der Bedarf an Mietwohnungen ist ausgewiesen. Das hat die Kommission <Alter in Wuppenau> ermittelt», sagte Gantenbein. Dies sah auch der grosse Teil der Stimmberechtigten so. Jedoch wurde die Frage gestellt, wie man sicherstellen könne, dass ein Investor dort auch wirklich Mietwohnungen baut. Auch wenn das Gemeindeoberhaupt sagte, dass man nicht alles abschliessend steuern könne, so ist es der Überzeugung, dass man sich vor dem Verkauf gegenseitig über die Pläne informiert. Mit 74:51 Stimmen wurde der Umzonung zugestimmt.

Der dritte Umzonungs-Antrag befasste sich mit einer Fläche in der Nähe oberhalb des Schulhauses von Wuppenau. Dort soll eine Fläche für öffentliche Bauten um einige Meter verschoben werden, weil sie die Schulbehörden am jetzigen Standort nicht braucht. Anstelle des heutigen Asphalt-Pausenplatzes könnte dann ein Allwetterplatz errichtet werden. Auf dem verschobenen Land könnte dann ein Parkplatz gebaut werden. Auch dieses Vorhaben war umstritten, fand mit 85:34 Stimmen aber doch eine deutliche Mehrheit.

Der Gemeinde gehört 1 Million

Die weiteren Traktanden gingen schlank über die Bühne. Im Jahr 2013 resultierte ein Gewinn von gut 256 000 Franken, obwohl eine rote Null budgetiert gewesen war. Es konnten zusätzliche Abschreibungen getätigt werden. Die Gemeinde hat liquide Mittel in der Höhe von rund einer Million Franken. Der Steuerfuss wurde um zwei Prozentpunkte gesenkt (siehe Kasten links). Für 2014 wird mit einem Verlust von 1700 Franken gerechnet.

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