«August riss uns heraus»

111 522 Eintritte verbuchte das Seebad in der zu Ende gegangenen Badesaison – das sechstbeste Resultat seit 1993. Pro Saison müssen zwei bis drei Seebad-Verbote erteilt werden.

Daniel Walt
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Verriegelt: Die Saison im Romanshorner Seebad ist abgeschlossen. (Bild: Daniel Walt)

Verriegelt: Die Saison im Romanshorner Seebad ist abgeschlossen. (Bild: Daniel Walt)

0 Grad Lufttemperatur, 0 Grad Bassintemperatur, 0 Grad Seetemperatur vermeldet die Informationstafel beim Eingang zum Seebad. Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Betrieb eingestellt ist für diese Saison.

Toptag: Sonntag, 16. August

«Genau 111 522 Eintritte haben wir in der zu Ende gegangenen Saison verbucht», sagt Bademeister Roland Lüscher. Das ist gleichbedeutend mit Platz 6 in der Hitparade der Badesaisons seit dem Jahr 1993.

Gemeinderat Peter Höltschi zeigt sich angesichts der schlechten Monate Juni und Juli zufrieden: «Der August riss uns heraus, wobei schon der Mai gut gewesen war», sagt er. Am meisten Badegäste kamen am Sonntag, 16. August: 4182 Eintritte wurden registriert. Dass gar niemand den Weg in die Badi findet, passiert laut Höltschi nicht einmal beim schlimmsten Hudelwetter: «Zwischen 10 und 20 kommen immer, vorwiegend am frühen Morgen.»

«Verbot so nicht durchsetzbar»

Seit seiner Installation vor einigen Jahren sorgt das speziell geheizte Sprudelbecken immer wieder für Diskussionsstoff. Jahrelang signalisierte ein Schild, dass der Zutritt nur Erwachsenen erlaubt sei. «Diesen Sommer haben wir es nun abmontiert», sagt Roland Lüscher. Grund: Viele Erwachsene, auch Touristen, hätten jeweils ihre Kinder ins Becken mitgenommen – «das Verbot war so nicht durchsetzbar». Schon vorher war die Präsenz von Kindern, auch ohne Begleitung von Erwachsenen, in einem gewissen Rahmen geduldet.

Peter Höltschi: «Wenn wir ein solches Becken haben, soll es auch genutzt werden.» Die Toleranz hatte aber dort ein Ende, wo sich jemand so verhielt, dass er die Erholung anderer Gäste störte: «Dann wurde so jemand aus dem Becken gewiesen», so Höltschi. Er windet seinen Bademeistern generell ein Kränzchen für die klare Linie, die sie im Seebad verfolgen.

Höltschi informiert zudem, dass es pro Saison zwei bis drei Personen gebe, die ein totales Seebad-Verbot kassierten – Entzug eines allfälligen Saisonabos inklusive. «Dabei geht es meist um strafrechtliche Delikte wie Diebstahl», sagt er. In den letzten Jahren seien ausschliesslich Jugendliche von solchen Massnahmen betroffen gewesen.

Kosten im Rahmen halten

Etwas vom ersten, das die Bademeister jeweils nach Saisonschluss erledigen, ist die Öffnung des Fussgängerweges am See. «Zudem wird laufend das Wasser in den Becken gewechselt und mit chemischen Zusätzen für den Winter versehen, damit es nicht fault und die Eisbildung reduziert wird», so Peter Höltschi. Bis Anfang Oktober sind die Bademeister auch mit dem Reinigen der Garderoben oder dem Abbruch von Installationen wie etwa dem Volleyballnetz beschäftigt.

Nachher kompensieren sie die während der Saison angelaufene Überzeit bis zum Beginn der Vorbereitungen auf die nächste Saison. Grössere bauliche Massnahmen für das nächste Badejahr sind laut Höltschi nicht vorgesehen: «Wir sind überzeugt, dass wir eine attraktive Badi haben. Wir müssen aber darauf achten, dass die Kosten, die drei bis vier Steuerprozente ausmachen, im Rahmen bleiben», sagt er.

Zudem steht mit der Anschaffung einer neuen Heizung ein grösserer Posten an, über den die Romanshorner noch zu befinden haben werden.