Aufruf zu mehr Solidarität

Am Neujahrsapéro von Weinfelden warb Gemeindeammann Max Vögeli für mehr Solidarität. Rund 200 Gäste folgten gestern der Einladung ins Rathaus.

Mario Testa
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Die Wyfelder Luusbuebe spielen am Neujahrsapéro im Rathaussaal. (Bild: Mario Testa)

Die Wyfelder Luusbuebe spielen am Neujahrsapéro im Rathaussaal. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Weinfeldens Gemeindeammann Max Vögeli spricht an seiner Neujahrsrede über Veränderungen. So wie sich die aufspielenden Musiker der «Wyfelder Luusbuebe» seit ihrem letzten Auftritt an einem Neujahrsapéro vor sieben Jahren verändert haben, habe sich auch sonst viel getan. «Traditionen haben gebrochen, Träume wurden Wirklichkeit – auch Albträume», sagt Vögeli.

Leben mit Luxusproblemen

In Weinfelden sei im letzten Jahr von der Apfelkönigin zum Winzer-Weltmeister geschwenkt worden, Martin Sax habe ein neues Kulturwerk geschaffen, und der 100. Thurgauer Kreisel sei realisiert worden. Etwas trister sei der Blick in die Welt hinaus. «Es gibt nach wie vor Kriege, Terror und Naturkatastrophen. Die Menschenwürde wird leider oft sehr klein geschrieben oder existiert gar nicht», sagt Vögeli. Dagegen würden die Probleme in Weinfelden massiv relativiert: «Sind es nicht sehr oft auch einfach Luxusprobleme?», fragt der Gemeindeammann die rund 200 Gäste im Saal des Rathauses.

«Freuen wir uns über unsere Errungenschaften, unsere Kultur und auch unsere politische Kultur», sagt Max Vögeli. Was ihm jedoch Sorgen mache, sei die sinkende Bereitschaft zur Selbstverantwortung und Solidarität. «Die Temperatur draussen steigt global an, die Wärme zum Mitmenschen sinkt leider», konstatiert Vögeli. Dies sei ein doppeltes Klimaproblem, das es anzugehen gelte: «Gelebte Solidarität setzt voraus, dass man den Nachbarn kennt und auch kennen will.» Diese und andere Herausforderungen gelte es im neuen Jahr anzugehen und sinnvolle Lösungen zu finden.

Sein, Schein und viel Schwein

Zum Schluss seiner kurzen Rede, bevor die Wyfelder Luusbuebe noch einmal aufspielen, ruft Max Vögeli die Weinfelderinnen und Weinfelder auf, sich aktiv in der Gemeinde, den Vereinen und Institutionen einzubringen. Er wünscht allen viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr und zitiert Philip Rosenthal mit dem Motto: «Erfolg im Leben ist etwas Sein, etwas Schein und sehr viel Schwein.»