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AUFRUF: Thurgau: Facebook-Jagd auf einen Unbekannten mit Handschuhen

In der Nacht zum Sonntag hat ein Mann mit Lederhandschuhen eine 16-Jährige in Tägerwilen verfolgt. Die Mutter der Jugendlichen möchte den Unbekannten finden und hat auf Facebook einen Zeugenaufruf gestartet. Eine heikle Angelegenheit, wie die Polizei findet.
Eine Unbekannte soll in Tägerwilen verfolgt worden sein - von wem, ist unklar. (Bild: Michel Canonica (Symbolbild))

Eine Unbekannte soll in Tägerwilen verfolgt worden sein - von wem, ist unklar. (Bild: Michel Canonica (Symbolbild))

"Meine Tochter (…) wurde von einem Mann verfolgt und angegriffen. Sie konnte sich losreissen und nach Hause rennen, wobei der Mann sie verfolgte", schreibt die Mutter der 16-Jährigen auf Facebook. Ihre Tochter sei in der Nacht zum Sonntag um 01.41 Uhr mit dem Postauto von Ermatingen nach Tägerwilen gefahren. Danach habe sie den Hammerweg in Richtung Pflanzbergstrasse genommen, ehe ihr ein etwa 30-jähriger Mann an die Oberarme gefasst habe. "Du kommst jetzt mit zu mir", soll der Angreifer gemäss "20 Minuten" gesagt haben.


Zuerst Zeugenaufruf, dann Anzeige

Den Unbekannten beschreibt die Mutter als 1,80 Meter gross, er sei schwarz gekleidet gewesen. "Er hatte einen hellen Bart und sprach akzentfrei Hochdeutsch", ist dem Zeugenaufruf weiter zu entnehmen. Der Mann habe Lederhandschuhe getragen. Zur Auseinandersetzung kam es laut "20 Minuten" rund 300 Meter vom Wohnort des Mädchens entfernt. "Ich will gar nicht erst daran denken, was er alles mit ihr gemacht hätte, hätte sie sich nicht losreissen können", lässt sich die Mutter zitieren.

Nachdem sich die 16-Jährige etwas gefangen hatte, ging sie am Sonntagnachmittag mit ihrer Mutter zur Polizei – und zeigte den Unbekannten an. Zu der Zeit war der Facebook-Zeugenaufruf bereits mehrere Stunden online. Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt gegenüber "FM1Today", dass eine entsprechende Anzeige eingegangen ist. "Die Ermittlungen laufen", sagt Mediensprecher Matthias Graf.

"Ermittlungsarbeit ist Polizeisache"

Grundsätzlich seien private Zeugenaufrufe auf Social Media heikel – "die Ermittlungsarbeit ist Sache der Polizei". Wer eine solche Eigeninitiative starte, gehe das Risiko ein, den Persönlichkeitsschutz zu verletzen. Hingegen sei man froh um Hinweise aus der Bevölkerung, wenn diese auf einen offiziellen Zeugenaufruf der Polizei reagiere.

Matthias Graf rät, in Situationen wie der oben beschriebenen sofort die Polizei zu benachrichtigen. "Wäre das am Wochenende geschehen, hätten wir eine Patrouille schicken können. Eventuell hätte sich der Täter noch in der Nähe aufgehalten." (red.)

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