Aufgeräumter Start ins neue Jahr

WEINFELDEN. In den vergangenen zwei Wochen herrschte Hochbetrieb beim Annahmezentrum der Kehrichtverbrennungsanlage. Viele nützen die freien Tage zwischen den Feiertagen für das grosse Reinemachen und Entsorgen.

Mario Testa
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Adrian Karner wirft Kartonschachteln, die bei seinem Umzug angefallen sind, in die Mulde bei der Kehrichtverbrennungsanlage Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Adrian Karner wirft Kartonschachteln, die bei seinem Umzug angefallen sind, in die Mulde bei der Kehrichtverbrennungsanlage Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Verpackungsmaterial von Weihnachten, alte Elektrogeräte oder Akten. All das bringen Thurgauerinnen und Thurgauer zum Annahmezentrum ins Entsorgungszentrum oder direkt zur Kehrichtverbrennungsanlage Thurgau. «Vor und zwischen den Feiertagen läuft hier besonders viel», sagt René Thierwächter. Er ist seit sechs Jahren Waagmeister bei der KVA Thurgau. Im Waaghaus wägt er die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge und kassiert die Gebühren ein. «Besonders am 22. und 23. sowie am 29. und 30. Dezember herrschte hier reger Betrieb. Einzig die verschneiten Strassen haben heuer dazu geführt, dass etwas weniger los ist, als in den vergangenen Jahren.»

Psychohygiene für die Kunden

Trotz der schwierigen Strassenverhältnisse fahren vor Silvester fast im Minutentakt voll beladene Autos bei Thierwächter vor um wenige Minuten später mit leerem Kofferraum wieder zum Waaghaus zurückzukehren. «Für die Kunden ist es sicher auch eine Art Psychohygiene. Man will das Alte noch im alten Jahr loswerden und aufgeräumt ins neue starten», sagt er.

Das sieht auch Brigitte Axt aus Istighofen so. Sie wirft mit ihrer Tochter Sabrina Baumann Säcke voller Abfall in den grossen Schieber der Kehrichtverbrennungsanlage. «Wir haben grad Zeit gehabt fürs Ausmisten. Und nun können wir zu Hause sauber und ohne Altlasten ins neue Jahr starten – zugegeben, es gäbe natürlich immer noch mehr zum Ausmisten.» Adrian Karner und Fränzi Mazenauer aus Bussnang fahren beide mit ihren voll beladenen Autos vor die Mulde für Karton und werfen Bündel um Bündel hinein. «Wir sind kürzlich umgezogen. Da fällt einiges an Verpackungsmaterial an. Jetzt haben wir wieder Platz in der neuen Wohnung», sagt Karner. Dafür füllen sich die Mulden bei der KVA mit Karton, Elektroschrott und Alteisen umso mehr.

Meist reicht die Grundtaxe

«Gut tut es immer, wenn man Platz schaffen kann für Neues im neuen Jahr», sagt Daniel Frey. Er ist mit seinem Sohn Fabian aus Siegershausen nach Weinfelden gefahren, um alte Spannteppiche und einige Säcke Abfall zu entsorgen. «Wir haben kürzlich einen neuen Boden verlegt und jetzt Zeit, uns von den angefallenen Bauabfällen zu trennen.»

«Es hat schon einen reinigenden Aspekt, den ganzen Abfall wegzubringen», sagt Gabriele Pietrocola beim Bezahlen der Entsorgungsgebühr im Waaghaus. «Auch wenn ich das Gefühl habe, dass immer noch zu viel Zeug zu Hause rumsteht.» Er bezahlt 16 Franken für die Entsorgung. «Die meisten Privatpersonen bewegen sich mit ihrem Abfall mengenmässig innerhalb dieser Grundtaxe bis zu 80 Kilo», sagt René Thierwächter. «Und fast alle verlassen das Waaghaus mit einem zufriedenen Lächeln.»

René Thierwächter Waagmeister KVA Thurgau, Weinfelden

René Thierwächter Waagmeister KVA Thurgau, Weinfelden