Auf leisen Sohlen ins Glück

UTTWIL Der ehemalige Uttwiler Gemeindeammann Rudolf Dubs hat ein Buch mit Gedichten und Geschichten geschrieben. Er erzählt von langen Wanderungen, von Begegnungen mit Samen in Nordfinnland und inneren Konflikten.

Markus Schoch
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Rudolf Dubs unterwegs im finnischen Lappland, wohin es ihn immer wieder zieht. (Bild: pd)

Rudolf Dubs unterwegs im finnischen Lappland, wohin es ihn immer wieder zieht. (Bild: pd)

Rudolf Dubs ist ein leidenschaftlicher Fotograf. Rund 6000 Bilder von ihm finden sich allein auf Google Earth. Er hat aber auch schon immer gerne geschrieben. Geschichten für seine Kinder, Tagebücher und Gedichte. Jetzt mit 70 Jahren gibt der ehemalige Uttwiler Gemeindeammann sein erstes Buch heraus, an dem er rund ein Jahr gearbeitet hat – ein Sammelsurium neuerer und älterer Texte zu ganz verschiedenen Themen. Es heisst «Birkenhain», erscheint in 500 Exemplaren im Eigenverlag und ist stellenweise sehr persönlich. «Ich gebe mit etwas preis von mir», ist sich Dubs bewusst. Es gehe ihm darum, den Lesern Freude zu bereiten und sie an seinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Allein auf grosser Tour zu Fuss

Die beiden längsten Texte sind Reiseberichte von weiten und einsamen Wanderungen, die Dubs bis zu einem schweren Unfall 2007 regelmässig unternahm, um den Alltag hinter sich zu lassen. Es sind Erzählungen von Touren entlang der Donau nach Ulm und über den Gotthard, die den Lesern Mut machen sollen, sich ebenfalls auf den Weg ins Glück zu machen. Alleine zu Fuss unterwegs zu sein und sich auf Unwägbarkeiten einzulassen, verändere einem, sagt Dubs. Vieles im Leben verliere seine Bedeutung, man werde gelassener, demütiger und zufriedener. «Alle Last, alle Hektik, die Sorgen, der Stress, die Spannung, alles ist von mir gewichen», schreibt Dubs an einer Stelle.

Ähnliche Erfahrungen macht er bei seinem Aufenthalt im Sahlenweidli im Emmental, wo Dubs einige Tage alleine wie zu Gotthelfs Zeiten lebt. «Hier will ich sein, hier will ich hören, lesen, schreiben, Teig kneten, riechen, sehen, Feuer machen, Wein trinken, Brot backen, will nichts tun, einfach nur sein, meinen Gedanken nachhängen, mit den <Guschti> plaudern, einfach leben!», heisst es im Buch.

In Finnland daheim

Diese Ruhe findet Dubs auch immer wieder in Finnland – seiner zweiten Heimat. Vor 40 Jahren setzte der Uttwiler zum ersten Mal seinen Fuss auf das dünn besiedelte skandinavische Land, und er wusste sofort: Hierher gehöre ich. Der Abschied fällt ihm jeweils schwer. «Es flossen auch schon Tränen, was mir an keinem anderen Ort der Welt passiert.»

Besonders hingezogen fühlt sich Dubs zu den Samen, die Urbevölkerung Lapplands. Im Buch finden sich zwei Belege dieser tiefen Verbundenheit. Dubs erzählt von seinen Besuchen bei einem Rentierhirten im Norden Finnlands, der seinen eigenen Lebensrhythmus hat. Es sind Einblicke in eine fremde und archaische Welt mit eigenen Regeln und wenigen Worten.

Eine ganz andere Seite von Finnland lernen die Leser in der Geschichte von Eija und Irma kennen, mit denen Dubs während eines sechswöchigen Studienaufenthaltes 1992 unterwegs ist und die Zahlungsbefehle verteilen. Ein alter Bauer empfängt sie wie einen guten Freund und lädt sie sogar zu einem Kaffee ein, obwohl die beiden Beamtinnen ihm offiziell und unmissverständlich zu verstehen geben, dass er endlich seine Rechnungen zahlen soll.

Gedichte und Sprüche

Das Buch enthält auch gut ein Dutzend Gedichte und Sprüche über Uttwil, das Glück oder Ferien in Andeer.

Er überlege sich jeweils nicht am Tisch, worüber er schreiben solle, sagt Dubs. Es seien Erlebnisse, die ihn treiben würden, an den Tisch zu sitzen und seine Gedanken in Verse zu giessen.

Rudolf Dubs, Birkenhain – Gedichte und Geschichten Verlag am Birkenhain, Döllistrasse 16, 8592 Uttwil ISBN 978-3-906155-19-7