Auf den Spuren des Grafen

Die Schweizer Wurzeln des legendären Grafen Ferdinand von Zeppelin sind nur wenig bekannt. Neben dem Rosgartenmuseum Konstanz widmet auch das Schweizer Fernsehen dem wohl berühmtesten Kreuzlinger einen Beitrag.

Kurt Peter
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Letzte Anweisungen vor dem Dreh: Regisseur Mario Nottaris instruiert Tobias Engelsing und Schlossbesitzer Kurt Schmid-Andrist. (Bild: Kurt Peter)

Letzte Anweisungen vor dem Dreh: Regisseur Mario Nottaris instruiert Tobias Engelsing und Schlossbesitzer Kurt Schmid-Andrist. (Bild: Kurt Peter)

KREUZLINGEN. Graf Ferdinand von Zeppelin war neben Kaiser Wilhelm II. der berühmteste Deutsche seiner Zeit. Hinter dem Mythos aber verschwinden bis heute der Mensch Ferdinand von Zeppelin und seine Familie. Das Konstanzer Rosgartenmuseum widmet dem berühmten Erfinder des starren Luftschiffs eine Ausstellung unter dem Titel «Die Zeppelins – eine Adelsfamilie am Bodensee».

Museumsleiter Tobias Engelsing bringt in dieser zum Vorschein, was in Kreuzlingen in Vergessenheit geriet und heute kaum noch bekannt ist: Die Familie hatte ihren Wohnsitz auf dem Kreuzlinger Schloss Girsberg. Dort wuchs der Graf auf, und das Haus diente ihm bis zu seinem Tod als Sommersitz.

Einfluss in Emmishofen

Aus Anlass von Zeppelins 175. Geburtstag erzählt die Ausstellung vom Unternehmergeist und dem sozialen Zusammenhalt einer europäisch vernetzten Familie mit vielen Schweizer Verwandten. Die Grosseltern des Grafen waren Schweizer. Die Zeppelins hatten während ihrer Zeit in Emmishofen grossen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben im Dorf. «Die Stadt Kreuzlingen weiss gar nicht, was sie an Zeppelin hat», sagt Engelsing, «und doch handelt es sich um den wohl berühmtesten Sohn der Stadt.»

Auf diesen Umstand hat der Museumsleiter auch Mario Nottaris hingewiesen. Dieser ist Regisseur bei der Sendung «Einstein» des Schweizer Fernsehens. Nottaris zeigte sich sofort begeistert von der Geschichte. Am vergangenen Montag war er deshalb auf dem Girsberg zu Besuch. Ein Beitrag innerhalb der Sendung wird die Kreuzlinger Wurzeln des Grafen beleuchten.

Auch heutiger Besitzer erzählt

Tobias Engelsing und Schlossbesitzer Kurt Schmid-Andrist kommen im Beitrag zu Wort. Sie zeigen Erinnerungsstücke aus dem reichhaltigen Fundus des Schlosses. Bis 1997 lebte Baronin Alexa von Koenig-Warthausen auf dem Girsberg, sie war die Enkelin des Grafen Zeppelin. Gefilmt wurde im Schloss, im Puppenmuseum und im Hof. Dabei entstand ein spannender und unterhaltsamer Film über die Zeit des Grafen bis in die Gegenwart.

Ausstrahlung Ende April

Der Beitrag dauere ungefähr acht Minuten, sagte Nottaris. Er selbst fand es äusserst spannend, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. «Denn in der Schweiz ist die Thurgauer Vergangenheit des Grafen schlicht nicht bekannt.» Noch nicht äussern konnte er sich über den Sendetermin: «Ich schätze Ende April wird der Beitrag zu sehen sein.»

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