Auf den Geschmack kommen

Die Ernährungslehre hat an der Sulger Sekundarschule Befang nicht erst in diesem Jahr Einzug gehalten. Mit einem Projektnachmittag, bestehend aus diversen Workshops, soll das Interesse der Schüler jetzt aber neu entfacht werden.

Georg Stelzner
Drucken
Teilen
Nadia Müller, Hauswirtschaftslehrerin an der Sekundarschule Befang. (Bild: st)

Nadia Müller, Hauswirtschaftslehrerin an der Sekundarschule Befang. (Bild: st)

SULGEN. Am 22. Februar werden die Zweitklässler der Sekundarschule Befang im Rahmen eines Projektnachmittags Gelegenheit haben, Personen kennenzulernen, die ihnen bestimmte Formen der Ernährung authentisch näherbringen. Die fleischlose Ernährung wird ebenso Thema eines Workshops sein wie das Leben mit Diabetes, die Magersucht und die Bulimie, die Ernährung eines Sportlers und diejenige eines Models sowie das Leben mit überflüssigen Pfunden.

Sechs Workshops zur Auswahl

Jeder Schüler konnte sich im Januar für zwei Arbeitsgruppen anmelden. «Am Thema <Sporternährung> besteht das grösste Interesse», erzählt Nadia Müller, seit drei Jahren Hauswirtschaftslehrerin am Sulger «Befang». Die Initiantin der Kick-off-Veranstaltung vom übernächsten Montag vermutet, dass Sport eben jener Bereich sei, mit dem die Jugendlichen am unmittelbarsten in Berührung kommen.

Bei der zweiten Wahl sei das Interesse an den Workshops «Vegan leben – Was heisst das?» und «Leben mit Diabetes» erstaunlich gross gewesen.

Ziel des Projektnachmittags sei nicht primär die Wissensvermittlung, erklärt Nadia Müller. Dazu wäre die Zeit auch zu knapp bemessen. Vielmehr gehe es darum, bei den Schülerinnen und Schülern Interesse für die vielfältigen Aspekte und Zusammenhänge der Ernährung zu wecken.

«Wünschenswert wäre ein fulminanter Start im Hinblick auf die Behandlung des Themas im regulären Hauswirtschafts- und Biologie-unterricht», sagt Nadia Müller, die mit bis zu 90 Teilnehmenden rechnet, zumal auch die Eltern ausdrücklich eingeladen wurden.

Theorie und Praxis verbinden

Die gezielte, koordinierte Auseinandersetzung mit Ernährungsfragen solle dazu beitragen, dass sich die Jugendlichen der persönlichen Verantwortung für ihre Gesundheit bewusst werden, erklärt die Lehrerin.

Die Schulfächer Biologie (zwei Lektionen pro Woche) und Hauswirtschaft (vier Lektionen pro Woche) eigneten sich insofern gut dafür, als man Theorie und Praxis hier sinnvoll miteinander verbinden könne. Was die Nachhaltigkeit des Projekts betrifft, ist Nadia Müller realistisch. Sie vergleicht die Erfolgsaussichten mit der Veränderung des ökologischen Bewusstseins.

«Es wäre auch hier eine Illusion zu glauben, dass nun sämtliche Schüler ihr Verhalten dauerhaft korrigieren werden, doch etwas wird bei jedem haften bleiben. Davon bin ich überzeugt.»

Vorbildfunktion der Eltern

Nadia Müller versucht in ihrem Unterricht, die Auswirkungen der Ernährung anhand praktischer Beispiele anschaulich darzustellen. Ausführlich behandelt wird etwa die Ernährungspyramide. Die seit 15 Jahren unterrichtende Lehrerin weiss aber auch um die grosse Bedeutung von Vorbildern.

«Das Elternhaus spielt diesbezüglich eine zentrale Rolle», betont sie. Erschwert werde ihre Aufgabe durch das Gruppenverhalten. Nicht jeder Jugendliche bringe den Mut und die Kraft auf, gegen den Strom zu schwimmen. Das gelte auch für Essgewohnheiten.

Aktuelle Nachrichten