Auf dem Kamin leben drei Jungstörche

BÜRGLEN. Auf dem Hochkamin im Sun-Areal in Bürglen lebt ein Storchenpaar. Mitte Mai sind im luftigen Horst drei Jungstörche geschlüpft. Nun wurden sie beringt. Antonia Loher kümmert sich seit 12 Jahren um die Tiere.

Rudolf Steiner
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Storchennest: Mit Ausblick auf Weinfelden leben die fünf Störche auf dem Kamin in Bürglen. (Bild: Rudolf Steiner)

Storchennest: Mit Ausblick auf Weinfelden leben die fünf Störche auf dem Kamin in Bürglen. (Bild: Rudolf Steiner)

Vor etwa 12 Jahren wurde auf dem Kamin der ehemaligen Wollfärberei im Sun- Areal in Bürglen eine Plattform errichtet, um Störchen eine Möglichkeit zum Brüten zu geben. In den ersten Jahren blieb der Standort aber unbesetzt, wie Gemeindeammann Armin Eugster am Donnerstagvormittag auf dem Sun-Areal am Fusse des 42 Meter hohen Kamins erzählte.

Ebenfalls anwesend war auf dem Areal Antonia Loher, die sich um die Störche kümmert, seit sie vor 12 Jahren nach Bürglen kam. «Ich war von Beginn weg an diesen faszinierenden Vögeln interessiert», erzählt die Storchenliebhaberin, die die Störche vom Wohnzimmer aus mit einem Fernrohr beobachten kann. «Wenn ich aufstehe, schaue ich immer zuerst durchs Fernrohr, was die Störche machen, und natürlich auch vor dem Schlafengehen, wenn es noch hell ist», erzählt sie.

Ein spezieller Tag

Am Donnerstag war für die Störche ein spezieller Tag, denn die drei Jungstörche, die etwa Mitte Mai ausschlüpften, wurden beringt. Darum war auch Daniel Schedler, der Beringer der Organisation Storch Schweiz, auf dem Platz. Um überhaupt in diese schwindelerregende Höhe hinauf zu kommen, stand ein Lastwagen mit einer an einem Teleskoparm ausfahrbaren Bühne bereit und hievte Beringer Daniel Schedler und «Storchenmutter» Antonia Loher 42 Meter hoch bis zum Horst hinauf.

Schnelle Ringe

Die Beringung war, um die Störche nicht allzu fest zu stören, eine Angelegenheit von höchstens zwei Minuten. Schedler befestigte den schwarzen Kunststoffring mit Kennbuchstaben und -nummer am Bein der drei Jungstörche, während der Altstorch aufgeregt einige Runden um den Horst drehte. Aufgrund dieses Markierungsrings können nun die Flugrouten der Störche verfolgt werden.

Dank der Betreuung durch Storchenmutter Loher, der Unterstützung der Gemeinde Bürglen und von Storch Schweiz konnten in den letzten acht Jahren 14 Jungstörche beringt werden, im gleichen Zeitraum starben aber vor allem wegen Nässe und Kälte etwa zehn der ausgeschlüpften Jungvögel. «Zum Glück waren sie dieses Jahr schon widerstandsfähig genug, um die Schlechtwetterperiode Anfang Juni ohne Schaden zu überstehen», sagte Antonia Loher.

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