Attraktiver Steuerfuss bleibt

Das Budget 2011 der Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf weist ein Defizit aus. Tiefer in die Tasche greifen müssen die Steuerzahler deswegen nicht.

Georg Stelzner
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ZIHLSCHLACHT-SITTERDORF. Der Voranschlag für das laufende Jahr, über den die Gemeindeversammlung vom 23. Februar befinden wird, basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 55 Prozent. Bei einem Aufwand von 4,045 Mio. Franken und einem Ertrag von 3,949 Mio. Franken resultiert ein Defizit von 96 440 Franken. Angesichts eines Eigenkapitals von 1,2 Mio.

Franken erachtet es der Gemeinderat als vertretbar, den Steuerfuss beizubehalten, zumal auch die Rechnung 2010 wesentlich besser abschliessen wird als erwartet. Der prognostizierte Aufwandüberschuss im Budget 2011 soll mit dem Eigenkapital verrechnet werden.

Mehr Geld für Sozialhilfe

«In vielen Bereichen der Laufenden Rechnung bewegt sich das Budget 2011 bezüglich Aufwand und Ertrag im bisherigen Rahmen», erklärt Gemeindeammann Heidi Grau. Geprägt wird der Voranschlag vor allem durch Netto-Investitionen von 2,425 Mio.

Franken. Wurden in den letzten Jahren hohe Summen in Erschliessungen (abwassertechnische Anlagen) investiert, so soll in der Gemeinde jetzt erstmals seit rund 100 Jahren wieder ein Hochbauprojekt realisiert werden (siehe Kasten).

Im Vergleich zum Budget 2010 nimmt der Aufwand um 2 Prozent zu. Laut Heidi Grau sind dafür hauptsächlich folgende Faktoren verantwortlich: die neue Pflegefinanzierung, der erhöhte Abschreibungsbedarf bei Gemeindestrassen, der ansteigende

Aufwand für Zinsen und die Sozialhilfe, für welche 42 Prozent mehr budgetiert wurden als im Vorjahr. «Wir lagen hier bisher ziemlich tief», relativiert Heidi Grau den markanten Anstieg und betont, dass im Sozialbereich eine sehr konsequente Linie verfolgt werde.

Finanzausgleich an Kanton

Der Anstieg des Steuerertrags auf 1964 Franken zu 100 Prozent pro Einwohner sei einerseits erfreulich, sagt Heidi Grau, andererseits habe dies aber zur Folge, dass die

Politische Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf 2011 im Rahmen des Finanzausgleichs voraussichtlich einen Beitrag an den Kanton zugunsten finanzschwächerer Gemeinden werde leisten müssen. Im Budget seien dafür 20 000 Franken vorgesehen.

Bis 2016 ein Defizit

Gemäss Finanzplan ist auch in den nächsten fünf Jahren mit einem defizitären Budget zu rechnen.

Aus heutiger Sicht werde es jedoch nicht nötig sein, den Steuerfuss zu erhöhen, beruhigt Heidi Grau unter Hinweis auf das vorhandene Eigenkapital. Die Zuversicht des Gemeinderates gründe auch in der Hoffnung, mit einem weiteren Wachstum der Gemeinde zusätzliche Steuererträge generieren zu können.

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