Asylantenheim ist kein Thema

Die Schulgemeinde Egnach will das Schulhaus in Ringenzeichen schliessen. Es stellen sich viele Fragen. Die Behörde gibt Antworten auf die wichtigsten.

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EGNACH. Am 30. November können sich die Egnacher im Rahmen einer Meinungsumfrage zur geplanten Schliessung des Schulhauses Ringenzeichen äussern. Die Pläne stossen auf grosse Kritik. Die Schulbehörde nimmt nachfolgend Stellung zu einem ersten Teil der Vorwürfe.

Im Einzugsgebiet des Schulhauses Ringenzeichen hätte es genügend Schüler. Die Behörde schickt aber einen Teil von ihnen nach Neukirch, um die Bestimmungen in der Gemeindeordnung unterlaufen zu können. Diese erlaubt die Schliessung eines Schulhauses erst, wenn es nicht mehr genügend Schüler für zwei Lehrer hat.

Antwort Schulbehörde: Seit der Gründung der Volksschulgemeinde im Jahr 2002 sind die Grenzen der ehemaligen Primarschulgemeinden aufgehoben. Schuleinteilungen liegen in der Verantwortung der Schule. Bis heute wurde versucht, den Schulbetrieb in Ringenzeichen, mit Kindern aus Egnach und Neukirch aufrechtzuerhalten. Doch auch im Schulhaus Neukirch sinken nun die Schülerzahlen. Über kurz oder lang müsste in Neukirch oder Ringenzeichen eine ganze Klasse geschlossen werden. Dass in Zukunft ein Schulzimmer in einem modernen und heutigen Anforderungen entsprechenden Schulhaus Neukirch mit kompletter Infrastruktur leer steht, ist gegenüber dem Volk aus Sicht der Schulbehörde nicht verantwortbar.

Die Schulbehörde ist unglaubwürdig: Jahrelang sang sie das Hohelied auf den Standort in Ringenzeichen. Jetzt soll plötzlich alles schlecht sein.

Wir anerkennen den Charme und den schönen ländlichen Standort, den das Schulhaus Ringenzeichen hat. Wenn es zu wenig Schüler gibt und man zwei Schulstandorte in nächster Nähe zueinander zur Verfügung hat, steht die schwierige Entscheidung für einen von beiden zwangsläufig im Raum. Es ist nicht alles plötzlich schlecht am Schulhaus Ringenzeichen, aber die Infrastruktur ist im Vergleich mit Neukirch schlechter – es hat keine Turnhalle, keinen Kindergarten, keinen Werkraum, kein separates Lehrerzimmer und keine geeigneten Gruppenräume.

Ringenzeichen ist erst der Anfang. Es dauert nicht lange, und dann werden auch die Schulhäuser in Hegi und Steinebrunn geschlossen.

Das stimmt so absolut nicht, die Schulhäuser Hegi und Steinebrunn sind in Zukunft fixe Standorte in unserer Schullandschaft. Sie verfügen bereits über eine zeitgemässe Infrastruktur, und ihre Lage in unserer grossen Gemeinde ist ein wichtiger Faktor. In Steinebrunn steigen die Schülerzahlen in Folge Bautätigkeit, und in Hegi sind sie konstant bis leicht steigend.

Wird das Schulhaus Ringenzeichen geschlossen, entsteht dort ein Asylantenheim.

Davon ist uns nichts bekannt. Die Schulbehörde wird den Stimmbürgern vorschlagen, dass Schulhaus zu verkaufen. Über den Verkauf wird das Volk separat abstimmen.

Geht Ringenzeichen zu, hat es keine Schulraum-Reserven mehr in Neukirch. Aufgrund des prognostizierten Wachstums der Schülerzahlen müsste dort deshalb bald ein neues Schulhaus für zehn Millionen Franken gebaut werden.

Die Schulraum-Reserven in Neukirch sind genügend gross. Darum ist es auch nicht nötig, ein neues Schulhaus in Neukirch zu bauen. Wenn wir in den nächsten Jahren mit einem solch grossen Zuwachs rechnen würden, hätten wir die Entscheidung zur Schliessung des Schulhauses Ringenzeichen sicher nicht gefällt, sondern würden in diesen Standort investieren. Ein solches Wachstum zeichnet sich in diesem Gemeindeteil jedoch nicht ab. (mso)