Arnold geht auf Wanderschaft

Der Siegermuni für den Schwingerkönig 2010 wird von Walter Arnold zur Verfügung gestellt. Nach Frauenfeld gelangt der Stier im Rahmen der eigens initiierten «Tour d' Arnold». Diese beginnt am nächsten Samstag in Schönenberg.

Georg Stelzner
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Walter Arnold mit dem von ihm gestifteten Siegermuni auf dem Freihof bei Wertbühl. (Bilder: Georg Stelzner)

Walter Arnold mit dem von ihm gestifteten Siegermuni auf dem Freihof bei Wertbühl. (Bilder: Georg Stelzner)

SCHÖNENBERG. Im Vorfeld eines Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes machen jeweils nicht nur die Anwärter auf den Titel des Schwingerkönigs von sich reden. Auch dem Hauptpreis für den Festsieger, traditionsgemäss einem Stier, wird in dieser Zeit ein hohes Mass an Aufmerksamkeit zuteil. Über die Ehre, den Lebendpreis für den Schwingerkönig spenden zu dürfen, kann sich dieses Jahr Walter Arnold freuen.

«Es ist nicht die Regel, dass Besitzer und Spender des Munis für den Schwingerkönig ein und dieselbe Person sind», gibt Arnold mit leisem Stolz in der Stimme zu bedenken. Da es in seinem Fall jedoch so ist, hat sich der Vieh- und Schweinehändler aus Schönenberg entschlossen, diese seltene Konstellation gebührend zu feiern – und zwar nicht alleine, sondern mit der Bevölkerung.

Ganze Strecke wäre zu lang

Die Idee ist folgende: Der auf den Namen Arnold hörende Siegermuni soll nicht völlig unbeachtet nach Frauenfeld gebracht werden. Stattdessen ist geplant, das dreijährige, auf dem Gutsbetrieb der Kartause Ittingen geborene Tier anlässlich einer Tournée mit mehreren Stationen in die Kantonshauptstadt zu geleiten. «Ursprünglich war vorgesehen, dass der Muni die gesamte Strecke von Schönenberg nach Frauenfeld zu Fuss zurücklegen soll», erzählt Walter Arnold. Davon sei man aber wieder abgekommen.

Zum einen wären die Distanz und die damit verbundene Anstrengung für das Tier zu gross gewesen, zum andern dürfe das Unfallrisiko nicht unterschätzt werden. «Auch wenn ein Ersatzmuni bereitsteht, wäre es doch bedauerlich, wenn sich Arnold so kurz vor dem <Eidgenössischen> verletzen würde», argumentiert der Besitzer. Man werde sich deshalb damit begnügen, den Muni jeweils einen relativ kurzen Weg vor dem Etappenort zurücklegen zu lassen.

An Publikum gewöhnen

Gemeindeammann Walter Schönholzer begrüsst es, dass von privater Seite die Initiative ergriffen und eine Veranstaltung organisiert wird, von der aufgrund des zu erwartenden Medieninteresses auch die Gemeinde profitieren kann. Schönes Wetter vorausgesetzt, erwartet OK-Mitglied Schönholzer beim Auftakt in Schönenberg und Kradolf rund 300 Schaulustige. Erster Etappenort der «Tour d' Arnold» ist am 7. August Schönholzerswilen. Weitere Stationen sind Engwang (9. August), Matzingen (10.

August) und Ittingen (12. August). Am Schauplatz des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes soll der Stier am 13. August eintreffen. Damit er sich dort von Anfang an wohl fühlt, wird sein Stall auf dem Freihof bei Wertbühl demontiert und in Frauenfeld neu zusammengebaut. Walter Arnold betont, dass die ungewöhnliche Überführung des Tieres nicht bloss Show-Charakter hat, sondern es auch einen ganz praktischen Grund für diese Massnahme gibt: «Der Muni kann sich auf diese Weise an grosse Menschenansammlungen, wie es sie auf dem Festgelände geben wird, gewöhnen.»