Architekten denken über Hauptzoll nach

Die zwei Gebäude am Hauptzoll könnten neu genutzt werden. Das Architekturforum Konstanz Kreuzlingen diskutiert ein Projekt mit Verbindungsbauten. Die Mitglieder finden die Idee einer Neugestaltung des Grenzübergangs spannend und wollen sie weiterverfolgen.

Kurt Peter
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Urs Dörig, Präsident des Architekturforums Konstanz Kreuzlingen, und Projektverfasserin Johanna Brandstetter. (Bild: Kurt Peter)

Urs Dörig, Präsident des Architekturforums Konstanz Kreuzlingen, und Projektverfasserin Johanna Brandstetter. (Bild: Kurt Peter)

KONSTANZ. Das Architekturforum Konstanz Kreuzlingen sucht schon lange einen repräsentativen Raum für Gesprächsrunden und für sein Archiv. Eine Masterarbeit an der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung hatte das grosse Projekt eines «Treffpunkts für Baukultur» zum Thema. Natürlich sollte auch das Architekturforum dort seinen Standort haben. Aus diesem Grund lud der Vorstand am Donnerstagabend in den Bildungsturm des Kulturzentrums nach Konstanz. Johanna Brandstetter präsentierte dort ihr Projekt, das allerdings über die Bedürfnisse des Forums weit hinausgeht. Dies betonte denn auch Myriam Gautschi, Dekanin der Fakultät Architektur und Gestaltung. «Die Masterarbeit ist Grundlage zur Diskussion», meinte sie anlässlich der Präsentation. Grenzen dürften hinterfragt werden, Grenze bedeute auch immer stehen bleiben. Bei diesem Projekt könne man aber stehen bleiben, um sich gerne aufzuhalten.

Markt der Möglichkeiten

Johanna Brandstetter sprach von Visionen, Ideen und der Frage, was für das Architekturforum machbar sei. Da dieses eine grenzüberschreitende Institution sei, sei der Standort am Hauptzoll ideal. «Es gibt auch die Absicht beider Städte, dem Gebiet zwischen Schnetztor und Helvetiaplatz eine neue Gestaltung zu geben», erklärte sie. Und «der Charakter der Grenze soll nicht für alle Zeiten festgelegt werden».

Das Projekt sei eine Grundlage, um über die Zukunft der beiden Städte nachzudenken und neue Nutzungen sollen den Bereich Hauptzoll aufwerten. Johanna Brandstetter denkt an einen «Markt der Möglichkeiten» mit Schwerpunkt Architektur. Die beiden bestehenden Gebäude verlieren ihrer Meinung nach an Bedeutung. Andererseits sei ein Abriss der homogenen Baukörper respektlos. Das Projekt mit einem Verbindungsbau «bietet die Möglichkeit, ein breites Publikum anzusprechen, Raum für Ausstellungen, Diskussionen und natürlich Gastronomie».

Ein spannendes Projekt

«Mit der neuen Nutzung kann ein Ort geschaffen werden, der alle Generationen und Bevölkerungsschichten anspricht und einen hohen Aufenthaltswert hat», zeigte sich Johanna Brandstetter überzeugt. Heinz Theus, Kreuzlinger Bauverwalter und Mitglied im Architekturforum, sprach von «einem sehr spannenden Projekt, das weiterverfolgt werden soll». Dies vor dem Hintergrund, dass beide Städte in der Diskussion darüber seien, welche Funktion der Raum «Hauptzoll» in Zukunft haben könne.

Der Zoll soll mit ins Boot

Vorstandsmitglied Hermann Bentele blickte in die Zukunft: «Wenn wir über das Projekt weiter nachdenken und eventuell umsetzen wollen, braucht es eine Trägerschaft», meinte er. Vor allem müsse das Projekt mit den Behörden besprochen werden, nicht nur mit den städtischen, auch die beiden Zollbehörden hätten ein gewichtiges Wort mitzureden.