Arbons neue Gesichter

Rund 600 Personen wandern in einem Jahr in der Stadt Arbon zu oder weg. 82 von ihnen folgten der Einladung zum Kennenlerntag für Neuzuzüger. Erste Stationen waren das Hotel Wunderbar und das Museum.

Hedy Züger
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Zwischen Oldtimern lauschten die Neuzuzüger der Arboner Geschichte. (Bild: Hedy Züger)

Zwischen Oldtimern lauschten die Neuzuzüger der Arboner Geschichte. (Bild: Hedy Züger)

Der Tag, der die Neuzuzüger eines Jahres mit den Verantwortlichen von politisch Arbon, Schule, Kirchen und Parteien sowie einigen Organisationen zusammen- brachte, begann äusserlich unfreundlich. Umso mehr fiel die Atmosphäre im Hotel Wunderbar auf, wo das Cheminée die Neu-Arboner wärmte und Kerzen für gute Stimmung sorgten.

Dem neuen Wohnort und seinen Einrichtungen auf eingängige Weise begegnen und verantwortliche Personen kennenlernen, das ist der Kern der jährlich anberaumten Begrüssung für Neuzuzüger.

82 Personen nutzten diesmal den Infotreff, den ihnen die Stadt bot. Die Musikschule Arbon und die Stadtmusik gestalteten das Programm mit.

Römische Leberwurst

«Wenn Gallus im Steinachtobel nicht gestolpert wäre, hätten wir – vielleicht – in Arbon ein Kloster und eine Universität», erklärte Stadtammann Martin Klöti mit einem Lächeln, aber ohne Bedauern.

Zwar sah der Bodensee auf der römischen Landkarte, die er zeigte, eher wie eine Leberwurst als wie ein Gewässer aus, das sechs Millionen Menschen mit Wasser versorgt, aber da stand deutlich lesbar: «Arbor felix». Gallus habe bei seiner Ankunft in der kleinen Siedlung bereits eine intakte Pfarrei vorgefunden, wo er auch gepflegt wurde, hob Klöti hervor.

Gelebte Realität

Der Stadtammann streifte die jüngste Entwicklung mit dem Zusammenschluss von Arbon und Frasnacht, das sei nach zwölf Jahren «gelebte Realität». Er ging auf die 5500 Arbeitsplätze in 620 Arbeitsstätten ein und führte als anschauliches Beispiel des Gewerbes die Gerberei Gimmel an. Wer ein Flugzeug besteige, setze sich auf Leder, das in Arbon seinen Finish erhalten habe.

In Arbon lasse sich zu Fuss und per Velo alles Nötige einkaufen, unterstrich Klöti die Auswahl an guten Geschäften.

Mehr als ein Hinweis

Wiederholt wurden die Neu-Arboner zum Aktivsein eingeladen. Fast alle Parteiverantwortlichen waren vor Ort: Silke Sutter Heer (FDP), Remy Treier (EVP), Bernhard Bertelmann (SP) und Patrick Hug sowie Reto Stäheli (CVP).

Ausserdem hatten sich Pfarrer Henryk Walczak, katholisch, und Ruedi Schwarzer, evangelisch, unter das Publikum gemischt, das zwischen den Saurer-Oldtimern genau hinhörte, als der neue Wohnort samt Geschichte und neuen Projekten erläutert wurde. Dabei floss auch ein, warum Parkgebühren intensiver fliessen werden: Der Bund macht seinen Obolus an das neue Mobilitätskonzept auch davon abhängig, ob in Arbon dank neuer Parkordnung weniger per Auto und mehr zu Fuss bewerkstelligt wird.

«Sie bringen frischen Wind, wenn Sie sich engagieren», sprach auch Parlamentspräsidentin Claudia Zürcher die Zuwanderer an. Witzig und charmant teilte sie diese in Gruppen. Stadtführer begleiteten die neuen Einwohner zu den Posten: Feuerwehr und Seerettungsdienst, IG Sport sowie zur Vorstellung der Schulgemeinden.