«Arboner Schandfleck und Schikane muss weg»

ARBON. Die Ignoranz im Arboner Stadthaus gegenüber der breiten Kritik am Rosasco-Minikreisel nimmt die SVP-Ortspartei als Steilpass auf. Sie lanciert eine Petition mit der Forderung, die Unsicherheit stiftende und gefährliche neue Verkehrslösung rückgängig zu machen. Für den 7. Februar ruft sie zu einer Kundgebung auf.

Max Eichenberger
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SVP-Fraktionspräsident Andrea Vonlanthen will das Kreuzungs-Ärgernis über eine Petition beseitigen. (Bild: Max Eichenberger)

SVP-Fraktionspräsident Andrea Vonlanthen will das Kreuzungs-Ärgernis über eine Petition beseitigen. (Bild: Max Eichenberger)

Unmut lösten nicht erst der neue Minikreisel und die rustikal vorgenommenen baulichen Schikanen im Kreuzungsbereich beim Bahnübergang aus. Kritische Reaktionen gab es zuvor schon bei neuen Verkehrsanordnungen im Ortsbild. Eine neue Stufe erreichte das Unverständnis nach einem Unfall im Minikreisel beim UBS-Geschäftshaus. «Darauf habe man regelrecht warten können», sagte der darin praktizierende Arzt Martin Ruppli. Er und Anwalt Hanspeter Strickler hatten im Namen der Mieter gegenüber dem Stadtrat auf das Gefahrenpotenzial der neuen Verkehrslösung hingewiesen – und dringend einen Rückbau gefordert.

Stadtammann wenig einsichtig

Weil sich Stadtammann Andreas Balg wenig einsichtig zeigt und beschwichtigt, nach einer Angewöhnungszeit werde sich das neue Regime dann schon einspielen, setzt nun die SVP Druck auf. Für den 7. Februar kündigt sie eine Demo an. Dabei soll eine Petition gestartet werden, die einen Rückbau des Kreisels verlangt sowie eine sichere Verkehrsführung am Rosascoplatz. Die Initialzündung gab das vernichtende Echo auf die baulichen Installationen am Politstamm der SVP am Dienstag.

Eine «Unfall-Falle»

Die jetzige Verkehrsregelung sei nicht nur «ein Schandfleck und eine Schikane». Sie entpuppe sich als «Unfall-Falle». Die Lancierung einer Petition hatte SVP-Fraktionspräsident Andrea Vonlanthen vorgebracht – nach Rücksprache mit Strickler. Dieser spricht von einem «Meisterwerk von absolutem Nonsens» vor seinem Büro. Vonlanthens Gattin Marianne schrammte zwei Tage, nachdem eine Velofahrerin am 9. Januar verunglückt war, selbst haarscharf an einem Crash vorbei.

Überflüssige Hauruck-Übung

Vonlanthen bezeichnet es als bedenklich, dass der Stadtammann kein Gehör für die breite Kritik zeige. «Das ist eine wenig durchdachte, nicht nachvollziehbare und überflüssige Hauruck-Übung.» Geschweige denn dass das Ergebnis einem reibungslosen Verkehr diene. Mit dem Verzicht auf Einspurfahrbahnen sei das Gegenteil der Fall. Auch für die Busse sei es ein Erschwernis. Der Kreisel müsse daher mindestens weg. Die Kreuzung in der bisherigen Form sei gut eingespielt gewesen. Sie sei beizubehalten, zumindest bis der Bushof steht. Zu prüfen wäre allenfalls «eine Priorisierung des Verkehrs von der Bahnhof- in die St. Gallerstrasse». Die Petition wird bis zum Aktionstag noch konkret ausformuliert.