ARBON: Zuerst den roten Teppich legen

Die Kieshaufen sind weg, die Parkplätze zementiert; die SLRG-Zentrale ist mal so hingestellt worden und ein Gastropavillon projektiert: Doch für den Hafendamm fehlt es an einem Nutzungskonzept – und der richtigen Zone.

Max Eichenberger
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Der Arboner Hafendamm könnte ein noch attraktiverer Ankunftsort werden. Doch dazu braucht es ein entsprechendes Zonengerüst. (Bild: Max Eichenberger)

Der Arboner Hafendamm könnte ein noch attraktiverer Ankunftsort werden. Doch dazu braucht es ein entsprechendes Zonengerüst. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Der Richtplan und die neue See-uferplanung des Kantons würden «künftigen Nutzungsbedürfnissen entsprechen», sagt Stadtpräsident Andreas Balg. Er sieht damit das Fundament für eine Aufwertung des Hafendamms gegeben – ein Ziel, das der Stadtrat schon jahrelang verfolge.

Bisher – und auch mit der noch aktuellen Zonensituation, verknüpft mit grundbuchamtlichen Einträgen – bestünden aber hinderliche «Rahmenbedingungen aus der mittleren und längeren Vergangenheit», konstatiert Stadtpräsident Balg.

Diese sollen nun von der neuen Seeuferplanung des Kantons und deren Grundsätzen in einem anstehenden Prozess abgelöst werden. «Das heisst, es gibt Widersprüche, die aufgelöst werden müssen, damit wir auf dem Hafendamm eine attraktive Nutzung hinbekommen.» Die Kieshaufen und damit der Umschlagplatz seien inzwischen weg. Damit habe Arbon zwar ein Stück öffentlichen Raum gewonnen, sagt Ruth Erat, Mitglied der SP-Parlamentsfaktion. Der grösste Teil sei aber Parkfläche.

Im Sinne der angestrebten Belebung und touristischen Nutzung hatte der Stadtrat Gespräche mit Interessenten geführt, die auf dem Hafendamm ein gastronomisches Angebot realisieren wollen. Laut Balg seien drei Varianten mit dem Kanton vorbesprochen worden. Den stadträtlichen Zuschlag erhielt die Milu Gastro GmbH, die einen Gastropavillon errichten will – so, wie es die Seeuferplanung künftig ermöglichen soll, so Balg. Die Bauauflage lief bereits.

Es fehlt an Grundlagen, um etwas Gescheites zu machen

Nichts war in den Plan- und Auflageunterlagen allerdings vermerkt, dass eine Zonenänderung erforderlich sein würde. Im Bereich der Zone für öffentliche Anlagen seien nur Bauten für den Betrieb der Anlagen zulässig, hält Ruth Erat in einer von ihr eingereichten Motion (mit zwanzig Mitunterzeichnern) fest. Einsprachen gegen die geplante Lounge würden daher nicht verwundern.

Just am Tag, als der Vorstoss eingereicht worden war, schob Balg die Notwendigkeit einer Umzonung nach – und dass es daher zu einer Verzögerung im Verfahren kommen werde.

Erat verlangt nun ein Konzept für die Hafendammnutzung. Das pragmatische Vorgehen wie bei der SLRG-Einsatzzentrale könne eine Zwischenlösung sein, «ist aber eine für die Zukunft hinderliche Investition und steht teilweise unter dem Verdacht der Widerrechtlichkeit.» Solches müsse vermieden werden. Denn: «Der Hafendamm könnte für Arbon ‹die touristische Zone mit Zukunft› sein.»

Eine Zonenplanänderung ist laut Stadtpräsident Andreas Balg zwar noch nicht auflagereif, «die Vorbereitungen dazu sind aber abgeschlossen». Dies, die Bereinigung der planungsrechtlichen Grundlagen und das Projekt Gastropavillon werde man «parallel entwickeln».

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