ARBON: Zivilschützer brauchen Platz

Zwei Fliegen auf einen Schlag erledigen will der Stadtrat: Er plant einen kostengünstigen Zweckbau für die Bedürfnisse der Feuerwehr und des Zivilschutzes – ohne ordentliche Steuergelder.

Max Eichenberger
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Angrenzend an das Feuerwehrdepot an der Brühlstrasse, anstelle des alten Kindergarten-Provisoriums, soll das Gebäude zu stehen kommen. (Bild: Max Eichenberger)

Angrenzend an das Feuerwehrdepot an der Brühlstrasse, anstelle des alten Kindergarten-Provisoriums, soll das Gebäude zu stehen kommen. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Beim Zivilschutz kocht schon heute keine Oberthurgauer Gemeinde mehr ihr eigenes Süppchen: Arbon bildet eine Einheit mit Roggwil, Egnach und Horn. Uttwil, Kesswil und Dozwil sind der Hafenstadt Romanshorn zugeschlagen. Sommeri und Hefenhofen sind in die Amriswiler Formation integriert. Und bald erfolgt der nächste Regionalisie- rungsschritt unter ein grösseres gemeinsames Dach.

Jede Stadt bekommt eine Kompanie

Im Januar 2018 entsteht ein neuer schlagkräftiger Verbund: «Dann nämlich startet die Zivilschutzorganisation Oberthurgau. Damit vollziehen wir einen Beschluss des Regierungsrates von 2014», sagt Konrad Brühwiler, der im Stadtrat das Ressort Einwohner und Sicherheit führt. «Dazu haben wir einen Verein ­gegründet, andere wählten die Form eines Zweckverbandes.»

Unbestritten ist, dass eine grössere Organisation effizienter arbeiten und Schadensereignisse besser bewältigen kann. Zumal diese oft nicht an Gemeindegrenzen Halt machen, wie etwa ein Hochwasser.

Die politisch gefärbte Frage nach dem Sitz sei dann schon heikler. Laut Brühwiler habe man sich salomonisch verständigt, dass in Arbon und Amriswil je eine Kompanie stationiert sein wird, während die Stabskompanie in Romanshorn operieren wird. Arbon gebe die Administration (ein 10-Prozent-Pensum) an Amriswil ab. Die drei Kompanie­stützpunkte haben weiterhin ihre Fahrzeuge und ihr eigenes Material. Gemäss den Richtlinien des Amtes für Zivilschutz dürfen diese künftig nicht mehr unterirdisch gelagert werden – wie derzeit noch «unerlaubterweise» in den Souterrain-Anlagen in Frasnacht und im Bergli. «Der Grund sind Sicherheitsaspekte, etwa wegen der Dämpfe der Benzinfahrzeuge», erklärt Brühwiler. Deshalb müsse die Stadt handeln.

Finanzierung über Feuerwehrersatzabgabe

Geprüft werde daher jetzt, am Standort des alten Kindergartenpavillons Bodmerallee ein Mehrzweckgebäude zu erstellen, das von der Feuerwehr und dem Zivilschutz genutzt würde. Das Grundstück befindet sich neben dem Feuerwehrdepot und gehört der Stadt. Eine Bauplanungsfirma (Della Polla GmbH) wird im Auftrag des Stadtrates ein Vorprojekt erarbeiten. Vorgabe ist laut Brühwiler ein einfacher Zweckbau. «Wir sehen vor, dem Parlament zwei Varianten vorzulegen: eine mit einer Haus-/Materialwart-Wohnung, eine nur als Lagergebäude.» Wobei der Stadtrat zur günstigeren Light-Variante neigt. Diese könnte mit Kosten von 300000 bis 400000 Franken realisiert werden.

Beansprucht würden aber keine öffentlichen Steuergelder, beruhigt Brühwiler: «Das Projekt wird über die Feuerwehrersatzabgabe spezialfinanziert» – also mit den Haushaltsmitteln, die der Feuerwehr zur Verfügung steht und mit denen auch unter anderem Anschaffungen bestritten werden. Geplant ist, die Vorlage im nächsten Frühjahr ins Parlament zu bringen. Das Gebäude diente der Stützpunktfeuerwehr zudem als Reserve, sollten sich dort ebenfalls organisatorische Änderungen abzeichnen. Der Zivilschutz wäre Mieter.