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ARBON: Zehn Jahre Frieden um die Allee

Lange hat der Streit um die Kastanienallee in der Seebucht gedauert. Seit mittlerweile zehn Jahren ist aber klar: Die Bäume bleiben stehen, ausser sie sind morsch.
Maria Keller
Spazieren unter dem grünen Blätterdach der Kastanienallee: Der grosse Aufruhr hat sich gelegt, die Allee gibt es weiter. (Bild: Max Eichenberger)

Spazieren unter dem grünen Blätterdach der Kastanienallee: Der grosse Aufruhr hat sich gelegt, die Allee gibt es weiter. (Bild: Max Eichenberger)

Die Angelegenheit hat die Volksseele berührt, Streit gab es genügend und auf einen grünen Zweig ist man lange nicht gekommen. Seit einem Jahrzehnt ist es ruhig um die Kastanienallee am See bei der HRS-Überbauung Seepro­menade. Ein Pflegekonzept der Stadt sorgt seither für das Wohl der Bäume und beruhigte die einst erhitzten Gemüter.

Interessenskonflikt löst Gezänke aus

Ins Rollen kam der Konflikt durch den Vorschlag einer Radikallösung zur Erneuerung der Allee. Der Stadtrat liess das Projekt einer Teilerneuerung im April 2003 auflegen. Begründet wurde die Idee mit dem Alter und dem Gesundheitszustand der Bäume. Laut einem Gutachten seien 28 der insgesamt 54 Rosskastanienbäume von Fäulnis befallen. Gleichzeitig wurde der HRS Real Estate AG 2001 die Baubewilligung zur Überbauung «Seepromenade» erteilt. Diese warb für die Überbauung mit freier Seesicht. Die Kastanienallee versperre den Eigentümern der Wohnungen in den unteren Geschossen die Sicht. Gewünscht war ein «Sichtfenster», dafür sollten Bäume an gewissen Stellen gerodet werden. Auf das Projekt «Teilweise Allee-Erneuerung» folgten empörte Stimmen aus Kreisen der Naturschützer sowie der Bevölkerung. Die Interessengemeinschaft «Kastanienallee», die für den Erhalt der Bäume kämpfte, stand der HRS und der Stadt gegenüber. Die IG forderte mit Hilfe einer Unterschriftensammlung, den Rodungsbeschluss rückgängig zu machen. Auch der WWF rief Ende Oktober 2003 mit einer Beschwerde gegen den Entscheid der Stadt das Verwaltungsgericht an. Die Gemüter in Arbon waren erregt, möglich ­erschien alles, von einer Total­rodung bis zum oberflächlichen Stutzen einzelner Bäume.

Nach fünf Jahren Rechtsstreitereien haben sich 2006 der Generalunternehmer HRS, die IG, unter der Vertretung von Erica Willi und Heier Siegwart, und die Stadt Arbon gefunden. Die Einigung: Die Kastanienallee bleibt erhalten. Die Bäume seien nicht todkrank, so erfahrene Gärtnermeister. Ein Landschaftsarchitekt hat unter Mitwirkung von Willi ein Pflegekonzept erstellt. Lediglich fremd-artige Baumarten wurden durch Rosskastanien ersetzt. «Die jährlichen Pflegemassnahmen beschränken sich auf das Entfernen von Dürrholz und bei Jungbäumen eventuell auf einen Kronenschnitt», heisst es im neunsei­tigen Gesamtpflegekonzept der ­Allee. Das Konzept wurde vom damaligen Stadtammann Martin Klöti gutgeheissen. «Künftig wird nur gerodet, was morsch ist», freut sich Willi.

Maria Keller

redaktionot@tagblatt.ch

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