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ARBON: «Wollen niemanden an den Pranger stellen»

Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche irritierende, unübersichtliche und gar gefährliche Orte für Velofahrer. Die Grünen haben das Volk befragt, wo der Schuh drückt – und eine Dokumentation erstellt. Adressaten des konstruktiven Inputs sind der Kanton und die Stadt.
Max Eichenberger
Vertreter der Arboner Grünen mit Präsident Didi Feuerle, Heidi Heine und Cornelia Wetzel übergeben Stadtrat Peter Gubser, Ressort Bau, das Dossier mit den Schwachstellen im Velowegnetz und Verbesserungsvorschlägen. (Bild: Max Eichenberger)

Vertreter der Arboner Grünen mit Präsident Didi Feuerle, Heidi Heine und Cornelia Wetzel übergeben Stadtrat Peter Gubser, Ressort Bau, das Dossier mit den Schwachstellen im Velowegnetz und Verbesserungsvorschlägen. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Letztes Jahr feierten die Grünen Jubiläum. Ein Ereignis, das man nicht einfach vorbei streichen lassen wollte. «Wir haben uns überlegt, wie wir es mit einem konstruktiven Beitrag verbinden könnten», berichtet Präsident Didi Feuerle. «Statt böse Leserbriefe zu verfassen», schwebte den Grünen ein Projekt vor, aus dem letztlich die velofahrende Bevölkerung Nutzen ziehen könnte. Wenn denn die diversen für Radfahrer nachteiligen und teils sogar gefährlichen Schwachstellen im Strassen- und Wegnetz angegangen und dereinst vielleicht einmal behoben sein werden.

Über sechzig Eingaben und Vorschläge aus dem Volk

Im Herbst hatten die Grünen Interessierte ins Kappeli eingeladen. Ziel der Veranstaltung war, Mängel und neuralgische Punkte aufzunehmen und aufzulisten. «Wir wollten wissen, wo der Schuh drückt und sensibilisieren», sagt Feuerle. Das Resultat: über sechzig Einwände, Änderungs- und Verbesserungsvorschläge.

In hundert Arbeitsstunden hat die Arbeitsgruppe die Eingaben in einem neunzehnseitigen Dossier zusammengefasst und dieses gestern dem zuständigen Stadtrat Peter Gubser, Ressort Bau, im Stadthaus übergeben. Eine Arbeitsgruppe war zuvor den Eingaben nachgegangen, begutachtete die kritischen oder mangelhaft markierten Stellen vor Ort und hat sie bildlich dokumentiert.

«Wir wollen damit niemanden an den Pranger stellen, vielmehr betrachten wir unsere Arbeit als Input für Verbesserungen, um das örtliche Velonetz auf Vordermann zu bringen», betont Didi Feuerle, der privat kein Auto besitzt und überzeugter Velofahrer ist. Damit Velofahren Spass macht, attraktiv und sicher ist, brauche es generell zusammenhängende Wege sowie Abstellmöglichkeiten fürs Velo.

Eine Häufung von Problemzonen für Zweiradfahrer gibt es gemäss der Zusammenstellung im Bereich der neuen Kantonsstrasse (NLK). Die Organisation Pro Velo Thurgau hatte hier schon vor drei Jahren Mängel moniert. «Einige dieser Situationen sind zwar in der Zwischenzeit leicht entschärft worden. Grösstenteils ist aber noch nichts passiert.»

Laut Feuerle und den Mitstreiterinnen Cornelia Wetzel und Heidi Heine stünde hier vor allem der Kanton in der Pflicht. Die Stadt insofern, als sie bei offenkundigen Mängeln das zuständige Tiefbauamt des Kantons darauf aufmerksam zu machen hat. Die gefahrenträchtigsten Stellen orten die Grünen und die Inputgeber aus dem Volk bei der Jumbo-Ausfahrt und auf dem Fuss-/Radweg beim Hamel im Bereich der Einmündung Hamelstrasse.

Unübersichtlich und «brandgefährlich» präsentiere sich die Situation bei der Einmündung beim Coop Bau+Hobbymarkt über den beidseitig geführten Radweg in die Landquartstrasse. Dort schränke zudem eine Werbetafel die Sicht ein. Die Haltestelle Stahel sei ein Paradebeispiel, wie eine Veloroute nicht geführt werden soll: «Das Trottoir ist gleichzeitig Veloweg in beide Richtungen und Bushaltestelle.»

Stadtrat Gubser: «Müssen uns nicht verstecken»

Die Dokumentation nahm Stadtrat Peter Gubser dankbar entgegen: «Wir sind interessiert an Inputs aus der Bevölkerung.» Teilweise seien die Problemstellen bekannt. Weiteren werde man nachgehen. Nicht in allen Fällen sei es aber einfach, die Situation zu verbessern, räumt Gubser ein, der zur Mehrheit im Stadtrat gehört, die in Arbon meist mit dem Velo unterwegs ist. «Im Grossen und Ganzen müssen wir uns nicht verstecken. In Arbon gibt es bald fast flächendeckend Tempo-30-Zonen.» Die Verkehrsberuhigung bringe auch mehr Sicherheit für Zweiradfahrer.

Versetzt angeordnete Parkplätze erweisen sich laut Feuerle als nachteilig für Velofahrer. In ihnen sieht Gubser anderseits «einfache und kostengünstige Massnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion». Und: «Man kann nicht alles wegräumen und kopflos durch die Strasse fahren.»

Hinweis

Die Schwachstellen haben die Grünen auch auf dem Inline-Tool bikeable.ch aufgeführt, einem Online-Toll, dass der Arboner Hannes Heller aus Studentenkreisen mitentwickelt hat.

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