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ARBON: Wohlstand braucht starke Unternehmen

Sich und ihr 100-Jahr-Jubiläum hat die Arbeitgebervereinigung mit einer Gala im Kulturzentrum Presswerk gefeiert. Und ­festgestellt, dass die Ziele der Gründerväter noch dieselben sind. Nicht mit Geld, aber mit netten Worten kam die Regierungspräsidentin.
Max Eichenberger
Oberthurgau braucht den Anschluss: Regierungspräsidentin Carmen Haag.

Oberthurgau braucht den Anschluss: Regierungspräsidentin Carmen Haag.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Es ist angerichtet für die grosse Gala nach der Hauptversammlung, die im feinen Dietschweiler-Saal im Musikschul-Komplex den Auftrakt gemacht hat: in der Eventhalle des Kulturzentrums Presswerks. Die Arbeitgebervereinigung Arbon und Umgebung, die sich zum Jubiläum einen neuen, schlankeren Namen gegeben hat und künftig Arbeitgebervereinigung Region Arbon heisst, lässt sich nicht lumpen. Dem hundertjährigen Bestehen angemessen. Die einstige Fabrik, die zur Kultur- und Eventhalle mutiert ist, hat sich mit Lichteffekten, Mobiliar und nobler Deko zum Bankettsaal verwandelt. Das Catering sorgt für ein standesgemässes Dinner – unterbrochen von obligaten Reden, einer süffisanten Rückblende mit Bildprojektionen und Showblocks.

Dieselben Ziele – moderner formuliert

Dennis Reichhardt, der die AVA präsidiert, sieht auffallende Parallelen im Gründungspapier des damaligen Industrievereins, das in einem Sitzungszimmer im Seeriet, nachmittags um zwei, aufgesetzt worden war, und den heutigen Statuten: «Die Ziele sind dieselben, nur moderner formuliert.» Es gehe darum, sich für wirtschaftliche gute Rahmenbedingungen einzusetzen, damit die Mitgliederfirmen sich bestmöglich entfalten können. Wichtig sei darum, sich untereinander und damit der Politik gut zu vernetzen. Auf die Fahne geschrieben hat sich die AVA zudem, den Nachwuchs zu fördern und die regionale Entwicklung voranzutreiben.

In Nuancen geändert hat sich, worunter die Arbeitgeber schon 1922 ächzten – nur, dass die Unterschiede nicht mehr so gross sind: Die Löhne hierzulande seien drei- bis viermal so hoch wie im umliegenden Ausland, entnimmt Reichardt alten Berichten. Die Integration war auch schon vor gut fünfzig Jahren ein Thema. Gastarbeiter waren hauptsächlich Italiener, denen viele Vorurteile entgegenschlugen. Ein italienischer Seelsorger habe einen Kinderhort für Immigrantenkinder aus dem Süden eröffnet. Und was mache die Schweiz heute?, fragt der AVA-Präsident rhetorisch: «Eine Masseneinwanderungsinitiative, die uns schmerzlich bewusst macht, dass es für uns in naher Zukunft noch schwieriger wird, qualifizierte Arbeitskräfte zu rekrutieren.»

«Frauenfeld ist ein unangenehmer Standort»

Obwohl wir in einer privilegierten Region lebten und arbeiteten: auf dem Wohlstand der letzten dreissig Jahren ausruhen dürften wir uns nicht, mahnt Reichardt, und erinnert an den Gründungszweck: Das Wohl der Unternehmen primär zu fördern und nicht den Wohlstand.»

Vorn bei der Bühne prangt, passend zum neuen Logo, das sich der AVA zum Jubiläum gegeben hat, der Leitsatz: «Gemeinsam – aktiv – stark». Selbstbewusst-aufmüpfig habe die Vereinigung schon kurz nach deren Gründung von sich reden gemacht, berichtet Christian Neuweiler, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Thurgau: «Über eine Kampfabstimmung brachte sie durch, dass der Sitz des IHK-Sekretariats nach Weinfelden verlegt wurde.» Begründung: Frauenfeld sei «ein unangenehmer Standort». Hat da irgendjemand aktuelle Parallelen herausgehört? Arbon liege zwar peripher im Thurgau, aber zentral im Raum Ostschweiz, sagt Neuweiler.

Carmen Haag: Mit Charme und netten Worten

Regierungspräsidentin Carmen Haag nimmt den Ball auf: Mit Hochdruck arbeite der Kanton daran, die Bodensee-Thurtal-Strasse auf die Agenda des Bundes zu bringen, um den Oberthurgau auch auf dieser Achse ans Nationalstrasennetz anzubinden. Dass Arbon der Regierung wichtig ist, belegt, dass alle fünf Regierungsmitglieder letzthin teils gleich mehrfach hier zu Besuch waren: «Die einen kommen mit Geld», meint Haag den Kollegen Jakob Stark, «die anderen mit netten Worten.» Nicht nur, hoffen da die Jubilare. Und Stadtpräsident Andreas Balg, der bald schon wieder eine Doppeldelegation zur Sanierung und Erweiterung des Bildungszentrums BZA erwartet. Die Unternehmen preist der ehemalige Wirtschaftsförderer als Fundament eines gesunden Gemeinwesens. Entertainment at its best bietet die A-cappella-Formation Bliss, die eigens zum Anlass Songs umgeschrieben habt.

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