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ARBON: «Wir wollen nicht motzen, sondern Lösungen aufzeigen»

Abseits des politischen Parketts haben sich 40 Einwohner mit der Stadtentwicklung beschäftigt. Unter anderem solle der Stadtrat besser mit den Bürgern kommunizieren und nicht jede Kritik als Beleidigung auffassen.
Christof Lampart
Arboner Politiker hören sich die Ideen der «Sag wie»-Gruppierung an. (Bild: Christof Lampart)

Arboner Politiker hören sich die Ideen der «Sag wie»-Gruppierung an. (Bild: Christof Lampart)

«Vom Volk für das Volk» – dieses Motto dürfte dem «Dialog Arbon 2030 – Sag wie» zugrunde liegen. Vor gut einem Jahr beschlossen circa vierzig Einwohner, sich in Arbeitsgruppen Gedanken über die langfristige Zukunft des Städtlis zu machen. Das mit dem Ziel, sich über dessen Stärken und Schwächen klar zu werden, um mittel- und langfristige Veränderungen auch abseits des politischen Parketts einleiten zu können.

Wie sich am Samstagvormittag im Kappeli zeigte, haben die unabhängigen Arbeitsgruppen «Stadt», «Arbeit», Gemeinschaft», «Wohnen», «Infrastruktur» und «Einwohner» zahlreiche Schwerpunkte ausgearbeitet. Bei der Präsentation wurde einleitend betont, man habe zu keiner Zeit die Schaffung eines «politisches Schattengremiums» als Pendant zu Stadtrat und Parlament beabsichtigt. Vielmehr sei es darum gegangen, «frisch, lösungsorientiert und konstruktiv zu denken», oder wie jemand sagte: «Wir wollten nicht motzen, sondern Lösungen aufzeigen.»

Der Stadtrat soll verkleinert werden

Im Bereich «Stadt» täte man gut daran, den Stadtrat auf drei vollamtliche Mitglieder zu reduzieren. Das Stadtpräsidium solle künftig fürs Finanzressort zuständig sein. Der Sprecher der Arbeitsgruppe Stadt, Dominik Diezi, sagte: «Die angespannte Finanzlage ist Arbons grösste Herausforderung und sollte deshalb Chefsache sein.» Kein Thema war für Roman Buff hingegen eine Vergrösserung oder Verkleinerung des Parlaments. «Wenn es grösser wäre, würde es unübersichtlich. Wenn es kleiner wäre, würde die Arbeit für die Parlamentarier massiv zunehmen.» Was indessen sicher optimiert werden müsse, sei die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. Auch die Forderung, dass der Stadtrat besser mit den Bürgern kommunizieren und nicht jede Kritik praktisch als persönliche Beleidigung auffassen solle, wurde mehrfach geäussert. Die fehlenden Einnahmen seien auch ein Grund, warum viele Arboner ein «eher negatives Bild von Arbon» hätten, sagte Lukas Graf von der Gruppe Wohnen. Erstaunlich sei, dass Auswärtige dieses Image überhaupt nicht teilen würden. Diese empfänden Arbon mit seinem Seeanstoss und der attraktiven Altstadt als lebenswerten Ort. Auch bezüglich der Schaffung von Arbeitsplätzen liesse sich einiges machen. Cyrill Stadler empfahl, die Grundlagen zu schaffen, um die Industriehallen am See «in die zweite Reihe zu verschieben». Stattdessen sollten im Uferbereich attraktive Wohnungen realisiert werden. Als ehemalige Industriestadt habe Arbon noch nicht den Wandel zur Dienstleistungsstadt geschafft. Es fehlten nicht nur Arbeitsplätze für gut Ausgebildete, sondern auch einfache Arbeitsplätze.

Tempo 30 ja, aber mit mehr Kostenbewusstsein

Die Arbeitsgruppe Gemeinschaft schlug die Schaffung einer Abteilung «Sport, Freizeit und Tourismus» vor, die Veranstaltern unabhängig von der Grösse des öffentlichen Events kompetent und beratend zur Seite stehen solle. Die Stelle solle bei der Stadt angegliedert sein. Die Gruppe Infrastruktur befasste sich vor allem mit «Tempo 30». Hier herrschte die Meinung vor, dass zwar durchaus noch 30er-Zonen entstehen sollten, diese jedoch mit mehr Kostenbewusstsein, wie Arturo Testa sagte. Schliesslich befand die Gruppe Einwohner, dass in Arbon bereits vieles richtig liefe und man an einem wunderschönen Ort leben dürfe.

Dennoch sah André Mägert genügend Raum für gezielte Verbesserungen. Insbesondere wurde bemängelt, dass sich Investitionen und bauliche Massnahmen vor allem aufs neue Zentrum beim dem Werk Zwei konzentrieren würden und die Altstadt vernachlässigt werde. Stadtpräsident Andreas Balg, der sich die Ausführungen anhörte, dankte den Gruppen im Anschluss für die wertvolle Arbeit und versprach, dass sich die Stadt mit den Vorschlägen auseinandersetzen werde.

Christof Lampart

arbon@thurgauerzeitung.ch

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