Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ARBON: «Wir haben die Altstadt nicht vergessen»

Bei der Euphorie um den Hamel und das Erblühen des Saurer WerkZwei kommt der Eindruck auf, die Altstadt gerate aus dem Fokus der Politik und aufs Abstellgleis. Stadtpräsident Andreas Balg widerspricht. 2017 komme die Begegnungszone auf die Agenda.
Max Eichenberger
«Die Begegnungszone kommt 2017 auf die Agenda»: Stadtpräsident Andreas Balg. (Bild: Max Eichenberger)

«Die Begegnungszone kommt 2017 auf die Agenda»: Stadtpräsident Andreas Balg. (Bild: Max Eichenberger)

Seit zwei Wochen ist der Hamel-Markt in Betrieb. An der Eröffnung sagten Sie, das sei nun DIE Arboner Einkaufsmeile. Das ist nicht überall gut angekommen. Haben Sie die Altstadt vergessen, die dringend Impulse braucht und wo man auf die Errichtung einer Begegnungszone wartet?

Nein, natürlich bleibt die Aufwertung des Lebensraums Altstadt ein Thema. Bei der Hamel-Eröffnung hat sich aus aktuellem Anlass das Bild von der Einkaufsmeile aufgedrängt, wozu auch die Entwicklung der Nachbarparzellen durch Vögele Immobilien gehört. Diese wird sich dort in den nächsten Jahren noch weiter entwickeln.

Den Fokus aber nur auf die neue Stadtmitte und das Saurer WerkZwei zu richten, wie dies derzeit nach aussen den Anschein macht, wird wohl der Gesamtsituation nicht gerecht. Ein Wort hätte den Detaillisten in der Altstadt sicher gutgetan, dass sie sich weiter einbezogen sehen in den politischen Überlegungen.

Die Altstadt hat bisher die gleich grosse Aufmerksamkeit erfahren. Es ist aber augenscheinlich so, dass eine besondere Dynamik in der neuen Stadtmitte liegt.

Ein Update zur geplanten Begegnungszone würde eine Perspektive aufzeigen – und wäre ein Zeichen.

Wir haben klar kommuniziert, dass wir das Projekt Begegnungszone ein Jahr sistieren und im Frühling 2017 wieder auf die Agenda bringen. Dann haben wir von den Finanzen her eine bessere Ausgangslage, um voranzukommen. Sistiert ist das Teilprojekt der Gestaltung, das zwar einen wesentlichen Beitrag leistet zur Aufwertung der Altstadt, aber auch wesentliche Kosten verursacht. Im Lebensraum Altstadt – dem übergeordneten Projekt – ist schon Bewegung drin.

Was meinen Sie damit?

Es sind schon verschiedene Projektideen umgesetzt worden, die in den offenen Workshops seit 2011 formuliert worden sind. Ich denke an den Wochenmarkt, der sich auf dem Storchenplatz etabliert hat, die Usestuehlete, die Menschen zusammenbringt. Das sind private Initiativen. Dann ist auch das Signaletik-Konzept mit neuen Informations-Stelen realisiert worden. Zudem ist das Gestaltungskonzept abschliessend erarbeitet worden.

Nur hat die Öffentlichkeit noch nie etwas zu diesem Gestaltungskonzept erfahren – und darüber, wie die künftige Begegnungszone aussehen wird. Dazu soll es angeblich Visualisierungen geben.

Wir haben verständlich kommuniziert, warum wir das Projekt sistiert haben. Wenn die Bürger das Budget ablehnen, ist es konsequent, wenn wir reagieren und den Sparauftrag des Volkes ernst nehmen, das heisst, dass nicht mehr Wunschprojekte und ästhetische Themen im Vordergrund stehen, sondern was wirklich dringlich ist. Es geht nicht nur um finanzielle, sondern auch um personelle Ressourcen.

Sie sagen, das Gestaltungskonzept sei abgeschlossen. Das Interesse ist deshalb da, wie dieses aussieht, wie es weiter geht im Städtli. Bei der Landquartstrasse beispielsweise hat man es im Vorfeld auch so gemacht.

Das machen wir im Frühling 2017, wenn wir wieder aktiv werden. Dann sehen wir auch eine öffentliche Projektpräsentation vor. Bevor wir keine Mittel haben für eine Umsetzung, wäre es einfach verfrüht, etwas «schmackhaft» zu machen.

Eine einladende Gestaltung des Strassen- und des öffentlichen Raums könnte den Gewerblern und Städtli-Detaillisten Mut machen – und wäre gegenüber potenziellen Investoren oder Nachfolgern von Ladeninhabern, die bald pensioniert werden, ein Signal.

Das stimmt insofern, als dieser öffentliche Raum die Grundlage ist – und die Nutzung der Überbau. Das Teilprojekt Verkehr und Gestaltung ist ein wesentlicher Teil des Konzepts Lebensraum Altstadt – auch was die Kosten betrifft. Im Übrigen macht nicht die Stadt die Altstadt aus, die Bewohner machen sie letztlich aus. Und es sind auch noch nicht alle Fragen abschliessend geklärt.

Was sind das für Fragen?

Es geht um den Perimeter, wie gross die Begegnungszone (Tempo 20) sein soll: ob sie nur den Bereich Promenaden-/Hauptstrasse umfassen soll oder die ganze Altstadt. Da sind wir noch mit dem Kanton im Gespräch.

Worum geht es da bei diesen Varianten? Und wohin tendiert der Stadtrat?

Primär geht es um die Signalisation. Diese muss einheitlich sein. In einer grösseren Begegnungszone bedingt dies, dass die Niveaus in den Strassen und Gassen in einer solchen Zone ausgeglichen sein müssen. Das wäre kostenrelevant. Es wäre gut nachvollziehbar, dass die Begegnungszone über die ganze Altstadt gelegt wird. Unser Wunsch geht in diese Richtung. Klar ist auch, dass die Umsetzung etappiert zu erfolgen hätte und der Zeitablauf gut geplant werden müsste. Die Realisierung könnte sich über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren erstrecken.

Nochmals zu den Plänen, die vorhanden sind: Wie darf man sich die Begegnungszone vorstellen? Gibt es von Ihnen wenigstens ein paar Appetizer?

Vorausschicken möchte ich, dass ich das Gestaltungskonzept gut gelungen finde. Darin aufgenommen worden sind auch Vorschläge der 20köpfigen Arbeitsgruppe von Bewohnern; sie ist Mitgestalterin und hat einen sehr guten Job gemacht. Die Wälli Ingenieure haben das Ganze planerisch umgesetzt. So gibt es Plätze mit Möblierungen und Begrünung zum Verweilen und für Veranstaltungen. Toll und stimmig ist das Beleuchtungskonzept. Es gibt teilweise Pflästerungen, wobei es beim Darüberrollen kaum Erschütterungen gibt. Zudem wird der Verlauf der einstigen Stadtmauer auf den Strassen durch Hervorhebung angedeutet. Arbon hat das Potenzial einer Velostadt. Das wird sich im Städtli akzentuieren. Es wird eine gefreute Sache geben.

Lässt sich schon etwas zu den Kosten sagen?

Das Vorprojekt weist einen grob berechneten Betrag von knapp sechs Millionen Franken aus. Im Bauprojekt sind Optimierungsvorschläge berücksichtigt, die hoffen lassen, dass die Kosten sich gegen fünf Millionen bewegen könnten. Die genauen Berechnungen erfolgen, wenn der Stadtrat entschieden hat, das Projekt weiterzuführen. Die Aufwendungen der Werke sind enthalten. Der Beitrag des Bundes unter dem Titel Agglomerationsförderung kann noch abgezogen werden. Letztlich verbleiben der Stadt rund drei Millionen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.