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ARBON: «Will nicht der Totengräber des Infocenters sein»

Stadtpräsident Andreas Balg setzt auf ein regionales Tourismuszentrum in Romanshorn. Verkehrsverein-Präsident Kaspar Hug wehrt sich für sein Infocenter.
Das Infocenter in der Schmiedgasse. (Bilder: Max Eichenberger)

Das Infocenter in der Schmiedgasse. (Bilder: Max Eichenberger)

Die touristische Vermarktung des Oberthurgaus soll in der Region stärker zentralisiert werden. Unter der Führung von Thurgau Tourismus (TT) soll dazu ein kantonales Pilotprojekt auf Anfang 2019 realisiert werden. Voraussichtlich wird Romanshorn der regionale Vorposten werden, sagte Stadtpräsident Andreas Balg an der Hauptversammlung des Verkehrsvereins Arbon (VVA). Um das «regionale Produktmanagement» soll sich eine Kraft von Thurgau Tourismus dort schwergewichtig kümmern.

Ziel ist, mehr Touristen in den Oberthurgau zu bringen und das Potenzial besser auszuschöpfen. Dazu sollen auch neue Angebote entwickelt und die Verkaufskanäle gestärkt werden. Diese Aufgaben sollen mit Fördergeldern als Anschubfinanzierung und zusätzlichen Mitteln zentral erbracht werden. Weiterhin sollen aber die lokalen Institutionen wie das Arboner Infocenter in reduziertem Umfang ihre Berechtigung haben und grundsätzlich bestehen bleiben.

Personell und finanziell ein Drittel weniger

Als «Totengräber des Infocenters» wolle er sich nicht hergeben, betonte Kaspar Hug, Präsident des Verkehrsvereins an der emotional geladenen Versammlung am Mittwoch im Schloss. Laut Balg ist auf lokaler Ebene ein Leistungskatalog entworfen worden: «Zwei Drittel der personellen und finanziellen Ressourcen sollen in Arbon bleiben, das andere Drittel dürfte in die regionale Stelle gehen», versuchte Balg die aufgeschreckten Gemüter zu beruhigen. Gewisse Service-public-Aufgaben würden im Infocenter verbleiben. Auch Info-Points an wichtigen Orten seien vorgesehen. Das Konzept sei auf guten Wegen, aber noch nicht definitiv beschlossen.

Der Anstoss sei von unzufriedenen Leistungserbringern gekommen. So sind unter der Projektträgerschaft von Thurgau Tourismus nebst dem Kanton, der Regionalplanungsgruppe, den Gemeinden und der Bodensee Schifffahrt (SBS) auch die Hotels Seelust (Egnach) und Bad Horn im Boot. Die regionale Tourismusstelle soll sich übergeordnet auch der Infrastrukturentwicklung (Hotellerie und Parahotellerie) annehmen und Politik sowie Öffentlichkeit sensibilisieren. Das geschmälerte Hotelbettenangebot in Arbon entpuppt sich seit der Metropol-Schliessung als Handicap. Beiträge würden umgepolt, insgesamt aber soll es mehr Geld geben. Durch eine bessere Vermarktung würde Arbon profitieren, glaubt Balg.

Skepsis: «Der touristische Hotspot ist doch Arbon»

Vorherrschend Skepsis und Vorbehalte prägte indessen das Meinungsbild der Versammlung. Mit dem neuen Konzept würden Arbon Mittel abgezogen. Man laufe Gefahr, den direkten Kontakt zum Kunden und zu den umworbenen Touristen zu verlieren. Die Damen des Infocenters würden da unschätzbar wertvolle Arbeit leisten. Bei diesem Projekt handle es sich um einen «Papiertiger», wird geargwöhnt. Im Marketing habe Thurgau Tourismus bisher schon nicht eben geglänzt. Missbilligt wird zudem der geplante Standort. Romanshorn sei zwar ein ÖV-Knotenpunkt, aber kein touristischer Hotspot, wie selbst Stadtrat Peter Gubser als Privatperson anmerkte und auf Zahlen sowie die Geschichte verwies.

Der ehemalige Arboner Stadtammann und heutige Präsident von Thurgau Tourismus, Christoph Tobler, der massgebend das Projekt mitentwickelt hat, besänftigte: «Ich verstehe die emotionalen Positionen. Wir müssen aber schauen, dass die Aufgaben am richtigen Ort angesiedelt werden, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Das hat nichts mit der bis anhin geleisteten Arbeit zu tun.»

Max Eichenberger

arbon

@thurgauerzeitung.ch

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