ARBON: Warnung vor teurem Geschenk

2009 noch galt die alte Heizzentrale als Abbruchobjekt. Heute ist sie ein potenzielles Geschenk der HRS an die Stadt.

Max Eichenberger
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Früher hatte das Heizwerk die ­Fabrikgebäude im Saurer-Werk Zwei mit Wärme versorgt. Als die neue Kantonsstrasse projektiert wurde, schien es im Wege. Swisscom und Orange hatten bereits die Mobilfunkantenne auf dem Dach abgebaut. Die Strasse wurde dann gradlinig hart am Heizwerk vorbei gebaut. Dieses figuriert nämlich im Hinweisinventar der Denkmalpflege unter «Gesamtform erhaltenswert».

Mit dem gesamten Areal hatte HRS von OC Saurer Oerlikon auch die Heizzentrale übernommen. Einen Verwendungszweck hat ­jedoch HRS mit dem 23 Meter ­hohen Bau nicht. 2013 hatte Stadtpräsident Andreas Balg beiläufig gesagt, er könnte sich eine kulturelle Nutzung vorstellen. Später dann bot HRS der Stadt an, ihr die Heizwerk-Parzelle mitsamt Gebäude und Tanks unentgeltlich zu überlassen. Inoffiziell wird über mögliche Nutzungsideen ge­munkelt. Der «Geschenk-Handel» ist noch nicht vollzogen. Eigen­tümerin der 4161 Quadratmeter grossen dreieckigen Parzelle, die sich an die Bahnkurve schmiegt, ist laut Grundbuch immer noch HRS.

Zur Sache verlangen jetzt ­Roman Buff (EVP), Dominik Diezi (CVP) und Ruth Erat (SP) vom Stadtrat ein Update. Wenn von einem Geschenk die Rede sei, sei dies wohl vereinfacht, «denn das Ganze ist in einem Rahmen(kauf)vertrag über das ganze Areal geregelt». Es müsste über einen ­Detailvertrag verhandelt werden, was dann der Stadt, der Öffentlichkeit und HRS gehören soll. Ebenso sei die Aufteilung der Kosten Verhandlungssache.

Wegen potenzieller Altlasten bestehe beim Boden «Überwachungsbedarf». Auch im Gebäude selber könnten sich Altlasten verstecken, so die Interpellanten. Unvorhergesehene Kosten könnten also die Stadt weiterbelasten.

Unter anderem fragen die Parlamentarier darum nach, wie hoch die Kosten einer allfälligen Altlastensanierung zu beziffern wären, und ob die Stadt das Heizwerk auch dann übernehmen wolle, wenn es definitiv unter Denkmalschutz gestellt würde.

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch