ARBON: Vorreiterrolle in der Region

Der Stadtrat hat die Bürger zum «Stadtgespräch» geladen und seine Ziele mit ihnen diskutiert – bei mässiger Beteiligung. Neue Einwohner sollen mithelfen, die finanzielle Situation weiter zu verbessern.

Max Eichenberger
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Stadtrat Peter Gubser diskutiert mit einer Gruppe Besucher anstehende Aufgaben und Baustellen aus seinem Ressort. (Bild: Max Eichenberger)

Stadtrat Peter Gubser diskutiert mit einer Gruppe Besucher anstehende Aufgaben und Baustellen aus seinem Ressort. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch

Kommt die Stadt in der öffentlichen Wahrnehmung schlechter weg als sie es verdiente? Der Stadtrat will jedenfalls am Image arbeiten. So kündigt Stadtpräsident Andreas Balg am Stadtgespräch mit fünfzig Besuchern an, mit einem Stadtmarketing Arbon «positiver zu inszenieren». Massnahmen würden vorbereitet.

«Auf Geheiss» des Kantons werde in der Zivilschutzorganisation eine Bezirkslösung angestrebt, erläuterte Stadtrat Konrad Brühwiler. In Vorbereitung sei die Bildung einer Zivilschutzregion Oberthurgau – mit Amriswil und Romanshorn. Beim künftigen «Sicherheitszentrum Oberthurgau» wolle Arbon «eine Vorreiterrolle spielen». Abgeklärt werde, das Feuerwehrdepot dafür auszubauen. Unter Dach bringen will Brühwiler die Revision des Parkierreglementes. Die Vorlage kommt nun ins Parlament. Die Stadt strebe zudem an, für alle grossen öffentlichen und privaten Parkinganlagen ein kundenfreundliches, einheitliches Card-System einzuführen.

Die Pro-Kopf-Verschuldung unter 3000 Franken deckeln

Ganz oben auf der Liste der Ziele, die sich der Stadtrat für 2017 gesetzt hat, stehen die Gesundung der Finanzen – und die Stadtentwicklung, die dazu beitragen soll. «Finanziell haben wir den Turnaround geschafft, strukturell leider aber noch nicht», musste Stadtrat Patrick Hug einräumen. «Die Steuereinnahmen haben sich noch nicht wunschgemäss entwickelt.» Mit dem Bezug einer Reihe fertigerstellter neuer Wohnungen im Saurer WerkZwei dürfte sich das Steuersubstrat erhöhen, nachhaltig, wie Hug hofft.

Eine halbe Million spricht der Kanton der Stadt Arbon als «ausserordentlicher Finanzausgleichsbeitrag» zu, um die Zentrums- und Investitionslasten abzufedern. Eine gute Million fliesst als kantonaler Lastenausgleich, womit die Spitze der hohen Sozialhilfekosten etwas gebrochen werden kann. Jetzt müsse noch «ein fairer horizontaler Lastenausgleich unter den Gemeinden» erwirkt werden, so Hug. Nach Aufnahme eines Darlehens, das zugunsten der Stadt gar noch Zins abwerfe, erreichen die Schulden 49 Millionen Franken. Diese sollen langfristig wieder zurückgefahren werden. Die Verschuldung pro Kopf wolle man unter 3000 Franken deckeln.

Sozialvorsteher Hans-Ulrich Züllig erinnerte, dass die öffentlichen Sozialhilfeleistungen gebundene Ausgaben seien. Das Sozialamt führe aktuell 350 Dossiers; bei den Berufsbeistandschaften seien es deren 270. Nach «Arboner Richtlinien» als Massgabe sollen sie Züllig zufolge bald einmal elektronisch geführt werden. «Integrative Angebote» für Sozialhilfeklienten wolle die Stadt ausbauen.

Sanierungsbedarf bei Bädern und Sportplätzen

«Hocherfreut» zeigt sich Stadtpräsident Andreas Balg über die dynamische Entwicklung im Saurer WerkZwei. Alle Entscheidungsgrundlagen in der Causa Metropol/Riva wolle der Stadtrat vor den Sommerferien öffentlich machen. Gleich mehrere Gestaltungspläne sollen fertig erstellt werden (Seesicht/Jumbo, Stachen Süd, Rebenpark, Breitehof). Beim Breitehof werde der Bereich südlich der Bahn mit einer Verbindung für den Langsamverkehr einbezogen.

Bei den Bädern und den Sportplätzen hat sich Stadtrat Peter Gubser zufolge ein Sanierungsbedarf angestaut. «Wir klären ab, was da in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird.» Im Camping würden kleinere Cabins – vorerst vier, später acht – als Unterkunftsmöglichkeit aufgestellt. Gestalt annehmen werden die Tempo-30-Zone im Bereich Bahnhofstrasse/Saurer-Quai.

Verkehrszählungen haben ergeben, dass die Tagesfrequenzen in der Altstadt immer noch bei 3000 Fahrzeugen liegen; gefahren werde durchschnittlich 27 km/h schnell. Das Gestaltungskonzept der künftigen Begegnungszone wird laut Balg derzeit mit Direktbetroffenen erörtert.