ARBON: Vereinigte Hüttenwerke vor Abbruch: HRS baut 58 Wohnungen

Ein weiteres Industrieareal wird umgenutzt: Die alten Fabrik- und Bürogebäude der Arbonia-Forster-Gruppe nahe dem Zentrum verschwinden und werden abgerissen. Sie weichen einer Wohnüberbauung. Das Projekt setzt ein bekannter Investor um.

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Die alten Forster-Fabrikgebäude beim Breitehof weichen einer HRS-Wohnsiedlung. (Bild: Max Eichenberger)

Die alten Forster-Fabrikgebäude beim Breitehof weichen einer HRS-Wohnsiedlung. (Bild: Max Eichenberger)

Am Zug ist nämlich auch hier, wie im Saurer Werk Zwei omnipräsent an mehreren Baufronten, die HRS Real Estate AG. Die Arealentwickler mit Hauptsitz in Frauenfeld erstellen auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Hermann Forster 47 Miet- und elf Eigentumswohnungen in vier viergeschossigen Baukörpern.

Der Stadtrat hat den Abbruch der alten Industrie- und Gewerbehallen im Bauperimeter bewilligt; ebenso hat er das im Februar eingegebene HRS-Projekt mit den vier Mehrfamilienhäusern bewilligt. Damit wird HRS das Land – 45000 Quadratmeter – von der AFG definitiv erwerben.

Den Deal mit HRS hatte Jahre zuvor schon der damalige AFG-Konzernchef Edgar Oehler eingefädelt. Dies, nachdem die Firmengruppe nach der Produktion auch den Firmensitz nach Frasnacht verlegt und das neue Corporate Center in Steineloh bezogen hatte. Damit war vorbestimmt, dass die nicht mehr benötigten «vereinigten Hüttenwerke», wie Oehler die alten Fabrikgebäude beim Breitehof bezeichnete, dereinst abgebrochen würden. In den Hallen und Gebäuden gab es vereinzelte Zwischennutzungen, zuletzt standen sie praktisch gänzlich leer.

Bezug gestaffelt ab Sommer 2019

Für Edgar Oehler war klar: Er wollte die Industrieepoche ablösen und im «Vorgarten» zur Altstadt sozusagen eine Arealentwicklung ermöglichen.

Die ockerfarbene frühere AFG-Zentrale «Breitehof» hatte vor knapp zehn Jahren der Kanton erworben und vor dem Bau der neuen Kantonsstrasse um gut acht Meter zurückverschieben lassen – dies, um Platz für den Einlenker in den Tunnel neben dem Bahntrassee zu schaffen. Inzwischen ist die Ackermann Wanner Immobilien AG Eigentümerin des ehemaligen AFG-Firmensitzes.

Die Entwicklung des Areals zwischen Bahnlinie, Romanshorner- und Zelgstrasse kam zögerlich in Gang. Eine erste Gestaltungsidee mit drei Hochhäusern hatte keine Chance. Eine Studie, die der Stadtrat in Auftrag gegeben hatte, kam zum Schluss, dass so hohe Gebäude an dieser Lage nicht tolerabel sind. Ein neuer Gestaltungsplan, 2014 genehmigt, bot den Rahmen für das jetzige Wohnbauprojekt. HRS investiert dafür dreissig Millionen Franken und will bald loslegen. Geplant ist der Bezug der 58 Wohnungen ab Sommer 2019.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung

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