Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ARBON: Ungewohntes Terrain

Über 450 Teilnehmer sind gestern zum ersten Stadt-Orientierungslauf gestartet. Für einige war es eine ganz neue Erfahrung, die sie mit Lehrgeld bezahlten.
Christof Lampart
Die Kleinräumigkeit erfordert volle Konzentration. (Bild: Christof Lampart)

Die Kleinräumigkeit erfordert volle Konzentration. (Bild: Christof Lampart)

Es ist halt schon etwas ganz anderes, ob ein Orientierungslauf über Wiesen und durch die Wälder verläuft oder durch die Häuserschluchten hiesiger Städte führt. Während in den Wäldern die OL-Läufern vielleicht manchmal ein Reh erschrecken, kommt in der Stadt eher den Läufern die Rolle des Wildes zu, das von anderen Passanten aus nächster Nähe neugierig beäugt wird.

Den Blick starr auf die Karte geheftet, dann ein kurzer Zwischensprint, darauf ein abruptes Abbremsen, drei Schritte zurück und dann die Treppe beim «Storchen» hoch. Dieses «flatterhafte» Verhalten legte nicht nur ein beobachteter Läufer an den Tag, sondern die Mehrzahl der über 450 Startenden. «Im Wald kann man ziemlich frei loslaufen, während in der Stadt die Kleinräumigkeit des Geländes doch eher ungewohnt ist. Hier zählt man Häuser; das bedingt ein ganz anders lauftaktisches Verhalten», so David Zürcher, welcher beim organisierenden Verein, dem OL Amriswil, die Medienarbeit versieht.

Ohne Kompass keine Orientierung

Dass in diesem Jahr nicht ganz so viele Läuferinnen und Läufer starteten wie bei anderen Stadt-OLs, hing sicherlich mit dem Badewetter zusammen. Doch alle, die am Lauf teilnahmen, empfanden ihn als sehr attraktiv. So auch beispielsweise Erst Trunz, der mit seiner Tochter Sandra und deren beiden Kindern Jan und Lisa auf der Strecke zwischen der Sportanlage Stacherholz und dem Weiherareal unterwegs war. «Die Leute nehmen den Lauf an. Denn für die Läufer ist es schon etwas Spezielles, wenn sie für einmal vor viel Publikum laufen. Das ist für viele noch eine zusätzliche Motivation, ihr Bestes zu geben», weiss der Götti von OL-Spitzencrack Daniel Hubmann. Dass es nicht unbedingt einfach ist, sich in Arbon zurückzufinden, muss eine junge Läuferin aus St. Gallen erfahren, die irgendwo im Zielgelände herumschlurft. «Ich habe hier keinen Kompass, und mitten in der Stadt kann man auch nicht den See sehen, was für die Orientierung hilfreich wäre.» Sorge macht ihr jedoch weniger der verkorkste Lauf als vielmehr die Tatsache, dass sie in knapp einer Stunde in der Staffel antreten muss – und das notabene in einem Gelände, dass ihr «gar nicht zusagt».

Wenig später begeben sich auf dem Fussballfeld der Sportanlage Stacherholz die Jüngsten zum Staffelstart. Rund 10 Minuten wird jeder im Viererteam unterwegs sein, was ein Höchstmass an Konzentration erfordert – schliesslich will man nicht nur selbst schnell unterwegs sein, sondern auch die Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich lassen. Aber auch an die Fairness der Zuschauer wird kurz nach dem Start appelliert. «Bitte geben Sie den Läuferinnen und Läufern keine akustischen oder visuellen Signale während des Laufens», lässt der Speaker verlauten. Bei einem OL im Wald käme wohl niemand auf die Idee, eine solche Durchsage zu machen. Aber ein OL in der Stadt ist halt etwas ganz anderes.

Christof Lampart

arbon

@thurgauerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.