Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ARBON: Uferpromenade bricht weg

Wind, Wellen, Wasserstand: Die Geländeeinbrüche haben physikalische Ursachen. Feinpartikel sind über Jahre ausgeschwemmt worden. Jetzt wird der Untergrund nach Hohlräumen geröntgt. Die Folgen sind unabsehbar.
Max Eichenberger
Jetzt ist ein weiteres Teilstück der Arboner Uferpromenade einfach weggebrochen. Zurück bleibt ein gespenstischer Krater.

Jetzt ist ein weiteres Teilstück der Arboner Uferpromenade einfach weggebrochen. Zurück bleibt ein gespenstischer Krater.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Am vorletzten Kältewochenende ist es passiert: Beim Fliegerdenkmalplatz an der Seepromenade brach der Boden hinter der Ufermauer ein – dort, wo sich an sonnigen Tagen viele Leute aufhalten oder sich auf dem leicht schrägen Mauerabschluss räkeln. Es entstand ein Krater von deutlich über einem Meter Tiefe. Menschen kamen bei dem Ereignis keine zu Schaden, weil sich dort an exponierter Lage bei den herrschenden tiefen Temperaturen und einem bissigen Nordostwind niemand aufgehalten hatte.

Peitschende hohe Wellen und der Frost haben offenbar die Geländeeinbrüche ausgelöst und standen am Ende eines schleichenden Unterspülungsprozesses. Das sind erste Vermutungen und Einschätzungen. Das unmittelbare Ufergelände war sofort abgesperrt worden. Zudem liess die Abteilung Bau den ganzen Wegabschnitt zwischen Fliegerdenkmalplatz und altem Waschplatz für die Fussgänger sperren und veranlasste zugleich fachtechnische Abklärungen.

Zweiter Einbruch hinterlässt einen grossen Krater

Die Sperrung des beliebten Fussweges an der Promenade war damit begründet worden, es bestehe ein Risiko, dass es als Folge von Unterspülungen zu weiteren Nachsetzungen und Abbrüchen kommen könnte. Die nicht von allen Passanten verstandene Vorsorgemassnahme hat sich nun als absolut erforderlich bestätigt.

Rund vierzig Meter vom inzwischen durch eine Baufirma notfallmässig hinterfüllten Krater beim Fliegerdenkmalplatz ist nämlich nun auch ein Teilstück des asphaltierten Fussweges bis auf das Niveau des Ufergrundes eingebrochen. Auf der ganzen Mauerhöhe sackte der Boden einfach weg. Laut Remo Tambini, Leiter der Abteilung Bau, ist dies anfangs Woche passiert. Das Bild erinnert an einen veritablen Granaten-Einschlag.

Man habe die Uferabschnitte zwar immer periodisch im Auge, habe aber dort bisher keine Anzeichen gesehen, die hätten aufhorchen lassen: «Erst im Herbst haben wir den Belag ausgebessert», sagt Tambini. Bei Regen hatte es partiell jeweils Pfützen. Jetzt werden die Uferpartien systematisch mit einem Georadar untersucht; sie werden sozusagen geröntgt. Diese Untersuchung ist schon vor dem zweiten Ereignis veranlasst worden. Der Druck dürfte schon länger der Sandsteinmauer zugesetzt und sie stellenweise unterspült haben. Der in diesem Winter hohe Wasserstand, Bislagen und die starken Wellen, der Frost und Temperaturschwankungen dürften im Zusammenspiel physikalische Auslöser gewesen sein.

Offensichtlich ist für Tambini und Rainer Heeb, Leiter des Bereichs Tiefbau: die Sandstein-Quader hätten unter diesen Bedingungen gelitten. Feinpartikel dürften über längere Zeit erodiert sein, sagt Marco Baumann, Leiter der Abteilung Wasserbau und Hydrologie des Kantons. So hätten sich Hohlräume gebildet mit instabilen Verhältnissen. Physikalische Einflüsse hätten nun dazu geführt, dass diese Geländepartien in sich zusammengebrochen sind.

Jetzt werden die Ergebnisse und die Auswertung der Untersuchungen laut Tambini abzuwarten sein, bis eine nachhaltige Sanierung angegangen werden kann. Bevor ein entsprechendes Projekt erarbeitet ist, werde man Sofortmassnahmen ergreifen müssen.

SummerDays und Seenachtfest beeinträchtigt?

Involviert ist diesbezüglich auch die Abteilung Wasserbau des Kantons Thurgau . Laut Marco Baumann würden Stadt und Kanton dann zumal gemeinsam ein Projekt erarbeiten, wenn die primäre Phase der Untersuchung abgeschlossen sein wird. Nach dem Wasserbaugesetz finanziert der Kanton mit.

Beeinträchtigt werden allenfalls auch die Events am See, wie das Seenachtfest im Juli oder das SummerDays Festival Ende August. Noch kann niemand sagen, wie lange es dauert, bis das Gelände am See wieder stabilisiert und die Sicherheit für die Durchführung von Grossevents mit viel Publikum gewährleistet ist. Vor diesem Hintergrund müsse die Eventplanung überprüft werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.