ARBON: Türöffner ins Erwerbsleben

Vielen Jugendlichen hat er eine Brücke ins Berufsleben geschlagen und Ausbildungsplätze vermittelt. Jetzt geht Sekundarlehrer Markus Rast in Pension. Er blickt auf eine ausgefüllte Zeit im Schulzimmer und in der Politik zurück.

Hedy Züger
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Markus Rast am ersten Tag ohne Schulzimmer. (Bild: Hedy Züger)

Markus Rast am ersten Tag ohne Schulzimmer. (Bild: Hedy Züger)

Hedy Züger

arbon@thurgauerzeitung.ch

Ein Berufsleben lang stand Markus Rast vor einer Schulklasse. Letzte Woche räumte er seinen Arbeitsplatz im Sekundarschulzentrum Reben 25, wo er in den letzten Jahren eine Sekundarklasse G unterrichtet hat. Rast war 32 Jahre lang in Arbon, fünf Jahre in Amriswil und drei Jahre in Nie­derhelfenschwil als Lehrer tätig.

Die Fächer, welche er unterrichtete, sind kaum aufzuzählen, auch Französisch, Englisch, Mathe, Sport, Werken und Geometrisches Zeichnen waren darunter. Nicht zu vergessen der obligatorische Schulgarten damals, mit Tränken, Jäten und Gemüseverkauf, selbst in den Sommerferien.

In der Ortsverwaltung war Markus Rast als Vertreter der SP je eine Amtsperiode unter den Stadtammännern Josef Staub und Christoph Tobler tätig. Als der Seeparksaal gebaut und das Schwimmbad sowie der Sportplatz erneuert wurden, amtierte Rast als Vizeortsvorsteher.

Für die Sache der Pfadi Arbon setzte sich der Oberstufenlehrer an der Spitze der Elterngruppe ein, und als Präsident stand er ebenfalls während zehn Jahren der Lehrerfortbildung im Thurgau vor.

«Meist stand mir der Mitarbeitereingang offen»

«Ich kenne fast alle Gewerbe- und Industriebetriebe der Region», sagt Rast, auf seinen Einsatz bei der Suche nach Beruf und Lehrstellen für die Schüler angesprochen. «Meist stand mir der Mitarbeitereingang offen.» Das Jugendprojekt LIFT und die Schnupperwochen sind dank dem intensiven Einsatz der Lehrer so erfolgreich. Würde Markus Rast wieder den Lehrerberuf ergreifen, wieder die Verantwortung in so vielen Sommerlagern übernehmen? Der pensionierte Lehrer stutzt, lacht und meint: «Ich habe in viele attraktive Berufe hineingesehen. Aber die Aufgabe des Lehrers ist besonders schön.» Dies wurde ihm an der stimmungsvollen Abschiedsfeier bestätigt. Ehemalige Schüler kamen extra zum Abschiedsanlass in die Aula wie manche Eltern auch, um Danke zu sagen. Dies nicht nur in lupenreinem Thurgauer Dialekt. Rast unterrichtete Nachwuchs von allen Kontinenten, Weltreligionen, Mentalitäten, die zahlreiche Fremdsprachen mitbrachten. Im Schulzimmer sassen Muslime neben einheimischen oder zugewanderten Christen und durften sowohl des Lehrers Gleichbehandlung als auch unvoreingenommene Kameradschaft in der Klasse erwarten. Selbst dann, wenn am Ausgang des Schulhauses das Kopftuch aus der Mappe und zurück auf den Scheitel kam.

Und jetzt? «Ich habe mir vorgenommen, mir nichts vorzunehmen», sagt Rast.