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ARBON: Tonfische und Rieseneier

Sei es Malerei oder Töpferei: Seine künstlerische Ader hat Bruno Feurer schon früh entdeckt. Sein Atelier Feurer Keramik ist voll von Werken, die alle eine eigene Geschichte erzählen.
Maria Keller
Für Bruno Feurer hat das Experimentieren nie ein Ende. Zurzeit versucht er sich an diesem Riesenei aus Tonkeramik. (Bild: Maria Keller)

Für Bruno Feurer hat das Experimentieren nie ein Ende. Zurzeit versucht er sich an diesem Riesenei aus Tonkeramik. (Bild: Maria Keller)

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.ch

Bruno Feurers künstlerischer Weg ist lang und verwinkelt. Er führte ihn buchstäblich um die ganze Welt. Bis er im März in der Altstadt sein neues Atelier eröffnete. «Feurer Keramik» an der Weitegasse bietet Raum zum Modellieren, Ausprobieren, Experimentieren. Im ganzen Haus verstecken sich neue und alte Werke Feurers, die beinahe sein ganzes bisheriges Leben dokumentieren. Ursprünglich lernte Feurer Hochbauzeichner und kam dabei das erste Mal in Kontakt mit dem Gestalten und der Malerei. Nach seiner Ausbildung reiste er um die Welt und schuf sein bisher grösstes Werk. Um das originale Wandgemälde «Ana Harishona» zu sehen, muss man die Reise nach Israel auf sich nehmen. Dort ist das Bild in einer Bar verewigt.

Kurse für Immigranten aus Kriegsgebieten

Zurück in der Schweiz besuchte und leitete Feurer Kurse im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Er arbeitete mit Immigranten aus Kriegsgebieten, woran er nicht nur positive Erinnerungen habe. Nach einem halben Jahr musste er aufhören. «Es war sehr schwierig und psychisch belastend.» In Trogen baute er die stillgelegte Töpferei neu auf und leitete Kurse für alle Altersstufen. Die Lehrtätigkeit machte ihm schon immer Spass. Sie ist bis heute Teil seiner Arbeit geblieben. Aktuell bietet er Keramikkurse für alle Altersstufen an.

Das Tonen habe für viele eine beruhigende, fast schon therapeutische Wirkung. Der Keramiker erinnert sich an einen Jugendlichen, der nie still sitzen konnte. «Sobald er aber an der Töpferscheibe sass, war er vollkommen ruhig und konzentriert.» Er beobachte dieses Phänomen immer wieder. Die meditative Tätigkeit habe ihm selbst auch immer geholfen, herunterzufahren und seine Gedanken zu ordnen. Nach seinen Erfahrungen im Kinderdorf Pestalozzi entstand sein unverkennbarer Stil, den er «StripeART» nannte. Dabei schneidet er alte Aquarelle auseinander und fügt die Streifen zu einem neuen Bild zusammen. Die zwei- oder dreidimensionalen Bilder erinnern an weibliche Körperformen und hängen im ganzen Atelier.

Alte Leidenschaft neu entdeckt

Bald führte ihn sein Weg wieder ins Architekturbüro, parallel dazu arbeitete er in seinem damaligen Atelier in Arbon. Das Verlangen nach kreativer Arbeit verliess ihn nie und lief immer parallel zu seiner Arbeit im Architekturwesen. Seit 2012 ist er nun an der Weitegasse mit seiner langjährigen Partnerin sesshaft. 2016 entdeckte er erneut seine Leidenschaft für das Arbeiten mit Ton. Die alten Werkzeuge wurden abgestaubt und das Experimentieren begann. Und hat bis heute kein Ende gefunden. Seine momentanen Lieblingsmotive sind Fische und Eier. Früher sei er oft Fischen gegangen. «Weil es heute nicht mehr so viele Fische gibt, mache ich sie eben selber», sagt Feurer. Die Fische sind in erdfarbenen Tönen gehalten, unglasiert und naturbelassen. Von grossen bis kleinen Exemplaren ist alles im Atelier und draussen im Garten zu sehen. Langweilig werde ihm dieses Motiv nicht. Im Nebenraum arbeitet er an neuen Kreationen und Experimenten. Nicht immer sei der erste Versuch erfolgreich. Er habe sich schon oft an grossen Keramikeiern probiert, die aber allesamt beim Trocknen und Brennen geplatzt seien. Ein weiteres Versuchsexemplar steht fertig zum Brennen auf dem Tisch. Bisher habe er sich aber noch nicht ans Brennen getraut, sagt er lachend. Das Experimentieren aber das, was seine Arbeit ausmache. Er wolle nicht nach strengen Vorgaben arbeiten, sondern selbst herumprobieren und schauen, was am besten funktioniere. Und das Experimentieren habe nie ein Ende. Von Schalen über Kerzenhalter zu diversen anderen Figuren hat Feurer schon alles Mögliche ausprobiert. Und ist noch längst nicht fertig damit. Man wisse nie, wohin es einem noch verschlage.

Das Atelier hat donnerstags und freitags, 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Infos zu www.feurer-keramik.ch (Kurse) und www.stripeart.ch

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