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ARBON: Stramme Wädli und scherzender «Tourli»

Pulks von Velotouristen befahren die pfützengetränkte Kastanienallee am See. Das Wasser schwappt zischend hoch an die Ufermauer. Vor dem Aachbrüggli, ein paar Meter landeinwärts, hat sich der Jumbo-Parkplatz in ein Bienenhaus verwandelt.
Max Eichenberger
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Pulks von Velotouristen befahren die pfützengetränkte Kastanienallee am See. Das Wasser schwappt zischend hoch an die Ufermauer. Vor dem Aachbrüggli, ein paar Meter landeinwärts, hat sich der Jumbo-Parkplatz in ein Bienenhaus verwandelt. Der Tour-de-Suisse-Tross hat hier seine Zelte aufgeschlagen. Im Village präsentieren sich Sponsoren und Tourismus Arbon.

Wieder einmal Startort

Viel Betrieb herrscht schon gegen halb zehn Uhr, eine gute Stunde, bevor das Fahrerfeld die 224 Kilometer lange Königsetappe nach Sölden in Österreich unter die Räder nimmt. Arbon war zwar am Vortag nicht Etappenankunftsort, ist aber am Freitag wieder einmal Startort – 67 Jahre, nachdem die nationale Radrundfahrt zum letzten Mal halt in Arbon gemacht hat.

Von Amden herkommend fahren die grossen Mannschaftsbusse der 22 Teams und Begleitfahrzeuge ein. Die Kolonne produziert einen veritablen Stau an der St. Gallerstrasse und bei der Rosasco-Kreuzung. Die Chauffeure zirkeln ihre Trucks auf die zugewiesenen Abstellplätze. Alles ist generalstabsmässig organisiert. Wie jeweils beim Aufbau einer Zirkusstadt. Auch das Areal bei den Bahngeleisen bis zum Güterschuppen ist überstellt.

Radprofis zum Anfassen

Die Mechaniker machen die High-Tech-Rennräder bereit, die Fahrer erhalten währenddessen in den Bussen, wo auch bei der Teambesprechung die Taktik herausgegeben wird, noch eine letzte Massage.

Das Publikumsinteresse ist gross. Gegen 3000 Personen haben sich im Village eingefunden, wollen die Stars einmal aus der Nähe sehen oder säumen die Strecke bei der Schlaufe durch Arbon, bis es dann nach der Passage des Start-Tores auf der Bahnhofstrasse richtig losgeht. Auf der Rolle kann man im Zelt eines Sponsors einen Sprint simulieren. Der Betreuer des Geschicklichkeitsparcours nebenan bedauert derweil, dass offenbar die Arboner Schüler keinen schulfreien Morgen bekommen haben, um bei diesem Radsportevent dabei sein zu können. Das käme praktisch nirgends sonst vor, zeigt der Parcourschef ein gewisses Unverständnis. Entsprechend wird der eingezäunte Geschicklichkeitsparcours sehr wenig frequentiert.

Albasinis Kurzvariante

Der Ostschweizer Crack Michael Albasini hat Respekt vor der Königsetappe. «Am liebsten würde ich im Rheintal rechts abbiegen, den Stoos hoch und dann nach Gais heimfahren», scherzt er. Im Appenzeller Vorderland wohnt Albasini, wenn er denn nicht auf einer Rundfahrt im Sattel hockt.

Verschlossener zeigt sich Fabian Cancellara, für den die diesjährige TdS die Dernière ist. Hinauf nach Sölden: das ist nicht sein Terrain. Was die Fahrer erwartet, zeigt ein Blick zum Säntis. Der ist in Weiss gepackt. Auf «Faaabian, Faaabian»-Rufe eines kleinen Fans reagiert er nicht. «Schau, er hat einen Stöpsel im Ohr», entschuldigt ihn die Mutter. Was zwei jungen Frauen auffällt: «Die haben alle rasierte und geölte Wädli – und der Cancellara solche Stämme von Oberschenkeln!»

Sonne hellt Mienen auf

Das Vorprogramm ist eine Show. Der DJ sorgt für Stimmung während der Fahrervorstellung. Es ist auch die Bühne von Peter Sagan, dem «wahren Rock 'n' Roller der Tour». Das Maskottchen «Tourli» zottelt herum und scherzt mit Kindern. Nach vielen Stunden Dauerregens im Sattel wirft die Sonne ihre Strahlen übers Gelände. Das hellt flugs auch die Mienen der Fahrer auf. Und selbst die Königsetappe verliert ein bisschen ihres Schreckens.

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Grosser Bahnhof für die Rad-Cracks gestern beim Start zur Königsetappe: Maskottchen «Tourli» klatscht Kinderhände ab, viel Gedränge bei der Vorstellung der Teams beim Village auf dem Jumbo-Parkplatz; Zuschauer schicken die Fahrer los, Fabian Cancellara bei seiner letzten Tour. (Bilder: Max Eichenberger)

Grosser Bahnhof für die Rad-Cracks gestern beim Start zur Königsetappe: Maskottchen «Tourli» klatscht Kinderhände ab, viel Gedränge bei der Vorstellung der Teams beim Village auf dem Jumbo-Parkplatz; Zuschauer schicken die Fahrer los, Fabian Cancellara bei seiner letzten Tour. (Bilder: Max Eichenberger)

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