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ARBON: «Stadtrat hat geschlafen»

Vier Motionäre fordern von der Stadt ein Jobcoaching für Arbeitslose. Beim zuständigen Stadtrat hält sich die Begeisterung in Grenzen.
Ralf Rüthemann
Jungen Erwachsenen, die im Berufsleben Probleme haben, soll ein Jobcoach helfen. (Bild: Susann Basler)

Jungen Erwachsenen, die im Berufsleben Probleme haben, soll ein Jobcoach helfen. (Bild: Susann Basler)

Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch

Viele Sozialhilfebezüger, hohe Kosten – ein häufiges Problem der Thurgauer Städte und Gemeinden, so auch in Arbon. Mit der Einführung eines städtischen Jobcoachings wollen die vier Motionäre um Urs Schwarz (SP), Lukas Auer (CVP/EVP), Dominik Diezi (CVP/EVP) und Peter Künzi (XMV/FDP) etwas dagegen tun. Im vergangenen Jahr gab es diesbezüglich bereits eine Interpellation von Urs Schwarz. Der Stadtrat berief sich in der Antwort auf das bestehende Modell, bei dem bereits mit der Dock AG zusammengearbeitet wird, und würde kein «hauseigenes» Jobcoaching anstreben.

Mit der Motion vom 16. Februar wollen die vier Antragsteller die Stadt nun in die Pflicht nehmen. In ihrer Motion mit 13 Mitunterzeichnenden schreiben sie: «Unsere leistungsorientierte Gesellschaft lässt immer mehr Jugendliche verzweifeln an unseren hohen Ansprüchen.» Primäre Zielgruppe seien junge Erwachsene, welche Schwierigkeiten bekunden mit dem Einstieg ins Berufsleben. Der Stadtrat soll die gesetzlichen Grundlagen schaffen, welche Arbon verpflichten, ein Jobcoaching im Sinne des bereits existierenden Konzepts der Stadt Kreuzlingen einzurichten. Laut Stadträtin Barbara Kern ist das Angebot in Kreuzlingen ein Erfolgsmodell: «Wir sind sehr gut unterwegs, auch finanziell.»

Zuversichtlich, dass Motion im Parlament durchkommt

Für Lukas Auer ist es schon längst überfällig, ein städtisches Jobcoaching anzubieten: «Wir wollen nicht die Arbeit der Dock AG schlecht machen, aber das Jugendprogramm setzt dort frühestens mit 18 Jahren ein und greift deshalb oftmals zu spät. Die Betreuung muss vorher schon beginnen», sagt Auer. «Es ist eigentlich traurig, dass wir es mit einer Motion fast erzwingen müssen. Der Stadtrat hat einfach geschlafen.» Auer ist zuversichtlich, dass die Motion im Parlament durchkommen wird.

Laut Hans-Ulrich Züllig, Stadtrat Ressort Soziales/Gesellschaft, ist noch «viel Aufklärung nötig», bevor überhaupt über eine neue Jobcoachingstelle diskutiert werden kann. «Die Schulen leisten betreffend Früherkennung bereits sehr gute Arbeit», sagt Züllig. «Und auch der Goodwill beim Gewerbe und den Arbeitgebern ist enorm gross.» Mit Kreuzlingen will Züllig das Arboner Modell nicht vergleichen. «In Kreuzlingen hat man es anders gelöst, aber das heisst nicht, dass es dort besser ist. Wir müssen aufhören mit solchen Einzelbetrachtungen.» Das Arboner Sozialamt sei eines der fortschrittlichsten und habe eine Vorreiterrolle.

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