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ARBON: Spuren der Geisselung am Kreuz

Das Turiner Grabtuch und seine Geschichte, dazu erklärende Texte: dies zeigt eine Ausstellung im Pfarreizentrum.
Hedy Züger

Echt oder Plagiat? Das ist die Frage in Bezug auf das Turiner Grabtuch, von welchem in Arbon eine täuschend echte Kopie zu sehen ist. Sie will nichts vortäuschen: das Original verlässt Turin aus Sicherheitsgründen nie. In Jerusalem soll es vor bald 2000 Jahren nach brutaler Geisselung am Kreuz Jesus als Grabtuch gedient haben. Gesichtszüge sind erkennbar, aber auch intensive Spuren der Verletzungen und Blutungen am ganzen Körper. Die Abdrücke all der Wunden waren möglich, weil das jüdische Gesetz ein Totentuch von über vier Metern vorschrieb, das den Körper komplett einhüllte; dicht gewickelte Binden hielten es.

Gibt es das, 2000 Jahre alte Leinentücher? «Ja, In Qumran am Toten Meer wurden nicht nur die bekannten Schriftrollen gefunden, sondern auch gewebtes Leinen», sagt eine frühere Mitarbeiterin des Israel-Museums in Jerusalem. Aus der Zeit des Aufstandes gegen die Römer (Bar Kochba, 130 n. Chr.) sei zudem Material aus Wolle sowie Leinen erhalten geblieben. Diese Funde stelle das Museum nicht aus, sondern schütze es vor Licht und anderen zerstörenden Einflüssen.

In Italien hochverehrt

Vom vierten Kreuzzug ins Heilige Land blieb eine Schrift erhalten. Darin schrieb Ritter Robert de Clavi in Konstantinopel (heute Istanbul) nieder, was er sah: «Hier wird jeden Freitag das Grabtuch des Herrn gezeigt, es ist ein Abbild seines ganzen Körpers.» Das Tuch kam später in den Besitz der Herzöge von Savoyen, wurde bei einem Brand knapp gerettet und befindet sich seit 1578 in Turin. Das sehr alte Webstück wurde von Wissenschaftern nach neusten Techniken untersucht. Blutspuren und eine Blutgruppe wurden gefunden; der Abdruck auf einem Augenlid liess eine römische Münze aus der Zeit Jesu erkennen. Trotzdem: Ein eindeutiges Resultat über Alter und Herkunft kam bisher nicht zustande. Die Besucher könnten sich selber eine Meinung bilden, sagte der Begleiter der Ausstellung, der Basler Markus Hungerbühler.

Ralph Zanoni hatte im «Reader’s Digest» vor Jahren einen ersten Bericht über das in Italien hochverehrte Grabtuch gelesen und war beeindruckt. Der Pfarreirat und Esther Hug nahmen seine Idee auf und öffneten der Ausstellung die Tür. Allein die zusätzlichen Exponate, Nägel, Geissel, Dornenhaube, sind sehenswert.

Hedy Züger

arbon@thurgauerzeitung.ch

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