ARBON: Sie machen Menschen glücklich

Die Auszeichnung «Arboner des Jahres» spricht die Stadt diesmal keiner Einzelperson zu. Gewürdigt wird das Engagement der «Montagsgruppe». Diese bietet Gehbehinderten Spaziergänge und kleine Ausflüge.

Hedy Züger
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Die «Montagsfrauen» Martha Schär und Rosmarie Wusk mit den Heimbewohnern Sylvia Fuhrer, Max Knöpfel und Lotti Züllig. (Bild: Hedy Züger)

Die «Montagsfrauen» Martha Schär und Rosmarie Wusk mit den Heimbewohnern Sylvia Fuhrer, Max Knöpfel und Lotti Züllig. (Bild: Hedy Züger)

Hedy Züger

arbon@thurgauerzeitung.ch

 

Zum ersten Mal kommt gleich einer ganzen Gruppe die Ehre zuteil. Warum verdient die sogenannte Montagsgruppe diese Auszeichnung? Es handelt sich um jene elf Frauen und den einen Mann, die sich jeweils vom Pflegeheim Sonnhalden aus mit Patienten im Rollstuhl oder am Rollator zu einem Gang durch das frühlingshaft blühende, sommerlich warme oder herbstlich farbige Arbon auf den Weg machen. Wenn es zu kalt wird, muss der beliebte Anlass ein paar Monate lang eingestellt werden.

Seit 27 Jahren eine Institution

Begonnen hat die Montagsgruppe 1989. Initiantin war damals Antonia Meyer, die im «Sonnhalden» im Pflegedienst tätig war. Seit der Gründerzeit, 27 Jahre lang, sind Rosmarie Wusk und weitere Frauen dabei. Margrit Eigenmann ist eine von ihnen, sie wird in der Helfergruppe auch deshalb geschätzt, weil sie aus dem Pflegefach Erfahrung mitbringt. Bei diesem oder jenem Zwischenfall, sollte sich je einer ereignen, wäre sie erste Ansprechperson. An der Organisation beteiligt ist Martha Schär. Bei ihr melden sich am Montagvormittag die verfügbaren Helferinnen und Helfer, und sie informiert darauf das Pflegeheim Sonnhalden, damit man dort weiss, wie viele Seniorinnen und Senioren mitkommen können. Oft haben nicht alle Interessenten im Pflegeheim eine Chance. Derzeit ist Candid Unternährer der einzige männliche Helfer, was bedeutet, dass die Gruppe gerne noch einen bis zwei Kollegen aufnehmen würde. Was müssen Freiwillige der Montagsgruppe mitbringen, sind starke Oberarmmuskeln Voraussetzung? Rosmarie Wusk: «Es stehen elektrisch sowie handbetriebene Rollstühle zur Verfügung. Letztere setzen schon etwas Kraft voraus, aber sie sind bei manchen Helferinnen fast beliebter. «

Was bedeutet der Montagsgruppe die Ehrung: Arboner des Jahres? «Wir streben nicht das Rampenlicht an, wir sind gerne im Hintergrund», sagt Martha Schär. Rosamarie Wusk meint: «Wir beanspruchen den Preis nicht für unsere Gruppe allein, denn in Arbon sind mehrere Gruppen und einzelne Freiwillige in den Heimen tätig, die Ehrung gehört allen.»

Die Montagsgruppe stellt sich übers Jahr an vielen Nachmittagen in den Dienst der Heimbewohner. Was bleibt nach den Einsätzen zurück? Rosmarie Wusk: «Wir kennen unsere Passagiere oft schon ein Leben lang, sie waren ja bereits in jungen Jahren mitten unter uns. Wenn sie glücklich und zufrieden in ihre Station im Heim zurückkehren, ist das Ziel erreicht.» Für Martha Schär sind die Spaziergänge, die in den Bühlhof, an den See, in die Novaseta oder ins Pfarreizentrum führen, eine gute Sache. Oft erlebe die Gruppe auch lustige Momente. Das Echo sei erfreulich, die Heimbewohner glücklich.

Hinweis

Die Ehrung erfolgt anlässlich der Neujahrsbegrüssung der Stadt Arbon am Sonntag, 8. Januar, um 17 Uhr, im Seeparksaal.