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ARBON: Seemannsgarn spinnen und Decken stricken

Bestrickende Geschichten im Pflegeheim Sonnhalden. Die Stadtbibliothek organisierte am Freitag eine Lesenacht der etwas anderen Art. Die Zuhörer nutzten die Zeit kreativ.
Maria Keller
Georg Smits erzählte aus seinem Leben und brachte die Besucher der Lesenacht zum Lachen. (Bild: Max Eichenberger)

Georg Smits erzählte aus seinem Leben und brachte die Besucher der Lesenacht zum Lachen. (Bild: Max Eichenberger)

... durezieh und abeloh. Im Altersheim Sonnhalden versammelte sich am Freitag Jung und Alt, um gemeinsam einen Abend unter dem Motto «Bestrickende Geschichten» zu verbringen. Bestrickend deshalb, weil die Besucher während der zahlreichen Vorlesungen nicht untätig herumsassen, sondern an Decken für das Pflegeheim strickten.

Alle Sinne wurden beansprucht

«Es soll ein Abend für alle Sinne werden.» Mit diesen Worten eröffnete Rita Nüesch, Organisatorin und Kommissionsmitglied der Stadtbibliothek, die Lesenacht. Während des Abends wurden tatsächlich alle Sinne angesprochen. Die Sonnhalden-Küche sorgte für die Verköstigung, während der Wollenshop Filati den Besuchern Wollknäuel zur Verfügung stellte. Aus jedem Knäuel sollte ein Quadrat gestrickt werden. Alle so entstandenen Stücke werden später vom Filati-Team zu zwei Decken zusammengenäht. Eine für die Bewohner des Sonnhalden, eine andere für die angeschlossene Dementenstation.

Langweilig wurde es den Besuchern während des eifrigen Strickens nicht. Denn für beste Unterhaltung wurde gesorgt. Den Anfang machte Ursula Gentsch. Die Arbonerin erzählte aus ihrem Kinderbuch «Der kleine Meerwurm Folli». Die Zuhörer lauschten gebannt, einzig zu hören war das Klacken der aufeinanderschlagenden Stricknadeln. «Ich wollte schon immer einmal ein Kinderbuch schreiben», sagte Gentsch. Manchmal müsse man einfach warten, bis einem eine zündende Idee komme. Und die hatte sie. Und zwar während der Ferien im italienischen Follonica.

Zum Lachen brachte die Besucher «Seebär» Georg Smits, das so genannte «Regionaloriginal» der Stadt. Obwohl er ursprünglich aus Rotterdam kommt. Mit einer Prise Humor erzählte er von seinen Erfahrungen als Matrose. Was er den Zuhörern besonders einschärfen wollte: «Lesen ist das wichtigste, um in einer Gesellschaft mitleben zu können.» Wer das Gelesene deuten könne, müsse demnach eigentlich nicht mehr zur Schule gehen. Mit dem Stricken habe er weniger am Hut, Smits spinnt lieber Seemannsgarn.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Trio Saitenwind. Die Musiker begleiteten die Mundartautorin Anita Glunk aus Gais, die aus ihrem neuen Buch «Zimmer ääs mit Bergsicht» vorlas.

«Das Stricken ist wie eine Sucht»

Der Abend war gut besucht. Nüesch freute sich über den Zulauf. Sie mache sich jetzt schon Gedanken über ein Motto für die nächste Lesenacht. Das diesjährige Thema des Strickens sei ihr wie ein Gedankenblitz gekommen. «Das Stricken ist wie eine Sucht», sagte eine Frau lachend. Eine Bewohnerin des Pflegeheims begnügte sich damit, das Garn für ihre strickende Sitznachbarin abzuwickeln. Und Vizestadtpräsident Patrick Hug damit zuzuhören.

Die gemütliche Atmosphäre lud zum Verweilen ein. Und auch Georg Smits wollte sich nicht mehr aus seinem Sessel erheben. «Das ist jetzt aber wahnsinnig bequem hier», sagte er und blieb nochmals eine Viertelstunde sitzen. Zu Erzählen hatte er genug. Die Zuhörer freute es. Zeit hatten sie. Schliesslich mussten sie ja bis Ende des Abends einen ganzen Wollknäuel verarbeiten.

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.ch

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