ARBON: Schmucke Arena für die Faustkämpfer

Der Boxclub bezog an der Rebenstrasse seine neue Heimstätte. Am Samstag hatten die Besucher Gelegenheit, im Ring ein ungefährliches Training zu absolvieren.

Christof Lampart
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Beim Sparring am Eröffnungstag kommt es zu packenden Kampfszenen. (Bild: Christof Lampart)

Beim Sparring am Eröffnungstag kommt es zu packenden Kampfszenen. (Bild: Christof Lampart)

Wo es ein «oben» gibt, da gibt es auch ein «unten». Das ist im Boxen genauso wie im richtigen Leben. Nur, dass auf diesen Brettern, die die Welt bedeuten, niemand wirklich landen möchte. Zumindest nicht liegend. Wer es ins Seilgeviert des Boxclubs Arbon geschafft hat, der hat etwas vorzuzeigen. Dass ist auch beim samstäglichen Spass-Sparring nicht anders, welches anlässlich der Eröffnung der neuen Räumlichkeiten im alten «Bellevue» durchgeführt wurde.

Oben im Ring stehen jene, die schon einige Kämpfe vorzuweisen haben, die sogenannten «Tigers». Unten, auf dem dunklen Bretterboden, tummeln sich alle anderen: die Anfänger, die Hobbyboxer, die Breitensportler, denen es vollauf genügt, zweimal in der Woche ihren Körper an die eigene Leistungsgrenze und darüber hinaus zu bringen. Jene also, denen die Fitness wichtiger ist als ein imposanter Kampfrekord.

Gründer, Präsident und Trainer in einer Person

Es gibt beide Arten von Boxern unter den rund 20 zumeist jungen Männern, die heute hier schwitzen. Insgesamt zählt der BC Arbon an die 50 Mitglieder, darunter auch vier Frauen und fünf Buben, von denen keiner älter als zehn ist. «Wir sind ein Verein für alle, die ihrem Körper gerne etwas Gutes tun, indem sie ihn einem harten Training unterziehen», erzählt Christophe Bellehumeur, der Vereinsgründer, Trainer und Präsident, nach einer Trainingseinheit. Kein obskurer Club also, sondern ein Verein mit klaren Regeln. Darauf legt der Mann aus Mauritius, dessen breites Dauerlächeln seinem Namen alle Ehre macht, grössten Wert: «Wir begegnen einander hier mit grossem Respekt und arbeiten sehr diszipliniert.»

Im BC Arbon wird gekämpft, gewonnen und verloren, aber ­niemand wird gedemütigt. Wer nachweisbar seine hier erlernten Fähigkeiten einsetzen sollte, um es ausserhalb des Rings mal jemandem so richtig zu zeigen, der verliert seine Mitgliedschaft. «Wenn sich herausstellen sollte, dass jemand nicht aus Notwehr gehandelt hat, dann kann der Betreffende gleich gehen», kennt Bellehumeur da keinen Humor.

Kollegialer Umgang zeichnet den Club aus

Doch an diesem Samstag sind so trübe Gedanken weit weg. Viele kommen, um sich das schöne neue Lokal anzuschauen. Und die Gastgeber ernten dafür reihenweise Lob. «Wir haben alles in Fronarbeit erledigt; sonst wäre das gar nicht möglich gewesen. Hier halten alle zusammen», erzählt ein sichtlich geschaffter, aber zufriedener Boxer. Sven Böschen sieht das ähnlich. Obwohl er erst seit etwas mehr als einem halben Jahr hier trainiert, ist er begeistert vom Spirit, der im Boxclub Arbon herrscht. «Es geht hier ausgesprochen kollegial zu und her. Wir sind ein Team.»

 

Christof Lampart

arbon@thurgauerzeitung.ch