Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ARBON: Schlecht- und Schönredner

Der Stadtrat habe ein Glaubwürdigkeitsproblem, weil er schlecht informiere, sagen die Kritiker. Das Gemotze mache die Stadt unverdient schlecht, ärgern sich die andern.
Max Eichenberger
Im Ratssaal fasst der Stadtrat seine Beschlüsse. Und bestimmt, was wie kommuniziert wird. (Bild: Max Eichenberger)

Im Ratssaal fasst der Stadtrat seine Beschlüsse. Und bestimmt, was wie kommuniziert wird. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Wie sagen wir’s unseren Bürgern? Was ist relevant? In welcher Form tragen wir Informationen in die Öffentlichkeit? – Fragen, die sich die städtische Führung in Arbon täglich zu stellen hat. Zum Beispiel, wenn sie Beschlüsse fasst, Ziele absteckt, Entwicklungen kommentiert. Nicht immer hat der Stadtrat in seiner Kommunikation eine gute Figur gemacht. Nicht selten hinkte er ­damit den Ereignissen hinterher.

Noch Luft nach oben ausgemacht

Volksvertreter, die mittlerweile nicht mehr im Parlament sitzen, haben schon angemahnt, es bestehe da deutlich Luft nach oben. Inzwischen gibt es ein Kommunikationskonzept, verabschiedet im April 2016. Gedacht als internes Arbeitspapier für die Stadtverwaltung und politischen Verantwortungsträger. Kommuniziert worden ist das Papier nie. Auf politischen Druck ist es dann immerhin auf der städtischen Homepage aufgeschaltet worden. Doch zufrieden damit, wie auch mit der Informationsarbeit der Stadt, ist man zumindest in der CVP-EVP-Fraktion noch nicht. Deren Interpellation bot im Parlament in emotional geladener Atmosphäre Anlass zu einer Chropfleerete – aber auch zu Verteidigungsvoten.

«In wichtigen Dossiers hat der Stadtrat ein echtes Kommunikations- und Glaubwürdigkeitsproblem. Doch meine Hoffnung war wohl naiv, ihn wach­zurütteln – der Stadtrat sieht die Problematik und Informationsdefizite offensichtlich nicht», folgert Interpellant Dominik Diezi desillusioniert aus der ihn nicht befriedigenden Antwort.

Wie überfällig eine gute Kommunikation gewesen wäre, habe zuletzt das Beispiel Hafendamm gezeigt. «Bei solchen Alleingängen muss sich der Stadtrat nicht wundern, wenn er in der Bevölkerung an Rückhalt verliert.» Er scheine zudem keine allzu grosse Bereitschaft zu zeigen, sich mit Kritik auseinanderzusetzen «und tut sich wahnsinnig schwer, eigene Fehler einzusehen». Doch die Hoffnung sterbe zuletzt, stellt Diezi im informellen Tages­geschäft Verbesserungen fest. Ehrlich, klar, verständlich soll die Stadt informieren, erwartet Reto Gmür (SVP). Im exemplarischen Fall Metropol seien jedoch relevante Fakten und Informationen «am Volk vorbei geschaukelt worden». Eine «reflexartige ­Abwehrhaltung» stellt Ruth Erat (SP) grundsätzlich fest. Sie hegt den Verdacht, im Stadthaus halte man Fragen «für eine unnötige Störung». Ansonsten sieht auch sie, dass sich «einiges verbessert» habe. Max Gimmel (FDP) schreibt Arbon die dichteste Informationspräsenz zu – dies im Vergleich mit anderen Gemeinden.

«Widersprüchlich, unzureichend und unpräzis, wenig sachgerecht, eigensinnig, laienhaft und konzeptlos» kommuniziere die Stadt trotz gegenteiliger Beteuerung, findet Marlies Näf-Hofmann (CVP). Sie stellte gar «aufsichtsrechtliche Konsequenzen» in den Raum.

«Das Gemotze geht mir gegen den Strich»

Dies wiederum liess Claudia Zürcher (FDP) die Galle hochkommen: «Wir tragen selber sehr viel dazu bei, wie die Stimmung ist. Es tut mir weh, wie Arbon zer­rissen wird.» Fraktionskollege ­Cyrill Stadler sagt es ebenso unverblümt: «Dieses Gemotze geht mir gegen den Strich. Tragen wir dazu bei, dass die Informationen beim Empfänger gut ankommen.»

Die geäusserte Kritik sei «inhaltlich von grosser Wahrheit», stösst sich Roland Schöni (SVP) am Schönreden unzulänglicher Kommunikation.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.